Volltext: Wer Bescheid weiss, ist bescheiden

Das urchristliche Kirchenbild erneuert 
Pfarrkirche in Schellenberg (1960-1963) 
Zum Kirchenbau sagt das Konzil in der Konstitution über die Liturgie: 
«Beim Bau von Kirchen ist sorgfältig darauf zu achten, dass sie für 
die liturgischen Feiern und für die tätige Teilnahme der Gläubigen 
geeignet sind.» (Nr. 124) 
Als das Konzil 1962 die Liturgiekonstitution mit dieser Bestimmung 
verabschiedete, waren seit der Weihe der Kirche in Schellenberg schon 
mehr als zwei Monate vergangen. 
1951 hatte Bischof Christianus Caminada anlässlich der Firmung 
und bischöflichen Visitation beim Verlassen der Kirche zu Pater Daniel 
Lins gesagt: «Es muss etwas geschehen, entweder die alte Kirche reno- 
vieren oder eine neue bauen.» Erst seit einem Jahr Pfarrer, ergriff Lins 
die Initiative und trug das Anliegen der Gemeinde vor. Am 10. Mai 1956 
beschlossen die Bürger mit überwältigender Mehrheit den Bau einer 
neuen Kirche. Was dann noch gelöst werden musste, war die Standort- 
frage. Am 15. Juli 1958 wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrie- 
ben; es war für Liechtenstein der erste internationale Wettbewerb in ei- 
nem solchen Bereich. 
Der Kirchenbau forderte heraus und wurde kirchlich und politisch 
über längere Zeit zu einem beherrschenden Thema der Dorfgemein- 
schaft. Umso bedeutender ist, dass Pfarreiangehörigen die Möglichkeit 
geboten wurde, die Gestaltung neuer Kirchen kennen zu lernen. Schon 
kurz nach der Ausschreibung des Architekturwettbewerbs machten am 
26./27. Juli 1958 die damaligen Mitglieder des Kirchenchores, Familien- 
angehörige, Pater Daniel Lins und die Mitglieder der Kirchenbaukom- 
mission mit Georg Malin als Reiseleiter einen Ausflug zwecks umfas- 
sender Information über moderne Kirchenbauten, darunter eine Besich- 
tigung in Oberwil (ZG) und der Kapelle von Le Corbusier in Ronchamp 
bei Belfort. Dies schuf gegenseitiges Vertrauen und stärkte die Weitsicht 
und Überzeugung, auch in Schellenberg ein modernes Gotteshaus zu 
schaffen. Vor allem aber wurde damit das Kirchenbild ernst genommen, 
das vom Konzil ein halbes Jahrzehnt später verabschiedet wurde: Kirche 
als Gemeinschaft aller Glaubenden. 
Bis zum 30. November 1958 trafen bei der Gemeinde 25 Projekte 
ein, von denen am 5. Januar 1959 der erst 29-jährige Eduard Ladner, 
Dipl. Architekt in Adliswil (ZH), den ersten Rang erhielt. Ihm wurde 
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