unteren zu Lasten der oberen Einkommen gehe, und dass durch die zusätzlichen 
Belastung von juristischen Personen in einer späteren Gesetzesvorlage zusätzliche 
Einnahmen für den Staat geschaffen werden sollen. Mit Blick auf die Kluft zwischen 
Budget und Rechnung kritisierte er: „dass später zusätzlich zum Ausgleich die juristischen 
Personen aus Gründen der Steuergerechtigkeit und mit dem Argument des in letzter Zeit 
umgehenden Gespenstes der Flucht in die Gesellschaft vermehrt herangezogen werden 
sollen. “262 
Danach brachte Samuel Kindle (VU) den Finanzausgleich in die Diskussion, indem er auf 
den Steuerausfall für Gemeinden mit kleineren Einkommen, entgegen der Darstellung im 
Motivenbericht, verwies. Der Regierungschef verteidigte. Der Ausfall der Gemeinden sei 
gering und durch die Variante 4 der Finanzkommission, welches gerade parallel diskutiert 
werde, kompensierbar. Der Regierungschef präsentierte auch hier Zahlen zu den 
Gemeindeeinnahmen.263 
Der Finanzausgleich fand keine Fortsetzung. Obwohl Kindle weiter auf die 
problematischen Zahlen verwies, lenkten Ernst Büchel, Peter Marxer und auch der 
Regierungschef die Aufmerksamkeit auf die fehlende Lösung der Besteuerung von 
juristischen Personen in der Vorlage. Der Regierungschef sah sich veranlasst das Problem 
zu erläutern und die Verspätung zu begründen. Er meinte, man müsse eine ‚differenzierte 
Lösung‘ treffen, um einerseits die Wettbewerbsfähigkeiten der juristischen Personen nicht 
zu beeinträchtigen und andererseits die Steuergerechtigkeit zu fördern. Er verzichtete auf 
den Begriff der Steuergerechtigkeit, blieb sehr allgemein in seinen Ausführungen und 
umschrieb die Problematik: „Andererseits ist aber der Zustand nicht befriedigend, dass 
bestimmte juristische Personen, unter Umständen mit sehr wenig Kapital und ganz 
riesigen Erträgen, nun heute 12 Prozent Steuern bezahlen.“264 Damit waren die grossen 
Themen in der Eintretensdebatte skizziert. Ernst Büchel zeigte sich gegen Ende positiv 
überrascht über die Vorlage und wunderte sich ausführlich wie bei einer so grossen 
Entlastung der unteren Einkommen auch noch Mehrerträge für den Staat entstanden sind. 
Er schaue den weiteren Zahlen und Berechnungen, die der Regierungschef vorlegen 
wolle, entgegen. Den Zahlen und Berechnungen räumte der Landtag, allen voran die 
Regierung, viel Platz in der Diskussion ein. Die letzte Eingabe von Gustav Ospelt (FBP) 
war Kritik über die Mehrbelastung der ‚oberen Schichten‘. Er meinte, die oberen Schichten 
262 | tp vom 10.12.69, S. 557. 
263 | tp vom 10.12.69, S. 559-560. 
264 | tp vom 10.12.69, S. 562. 
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