kleinere Gemeinden mit niedrigen Steuereinnahmen pro Kopf besser unterstützen. Nägele 
verwies auf verschiedene Umstände, unter anderem Nachteile bei der Unterstützung und 
Projektierung bei kleineren Gemeinden, eine blockierte Industrialisierung und auf das 
Machtverhältnis zwischen Staat und Gemeinden: „Wenn wir den auf politischer Bühne 
manchmal etwas strapazierten Begriff „Gemeindeautonomie“ zu Wort kommen lassen, so 
kann gesagt werden, durch das finanzielle Uebergewicht des Staates verstärkt sich 
erfahrungsgemäss die Tendenz zur zunehmenden Machtkonzentration bei der 
Staatsverwaltung, nämlich nach dem Grundsatz: Wer zahlt, befiehlt.“239 Der 
Lösungsvorschlag der VU ging dahin, die Verteilung der Warenumsatzsteuer zwischen 
den Gemeinden zugunsten der Benachteiligten zu verändern. Man bezog sich auch auf 
das Budget. Die notwendigen Mittel seien vorhanden: „Aus den Landesrechnungen der 
letzten Jahren ergibt sich, dass die im jeweiligen Budget erscheinenden Einnahmen aus 
den Titeln Post und Abgaben sehr vorsichtig veranschlagt wurden. Die effektiven 
Einnahmen aus diesen Titeln waren immer erheblich grösser.“240 
Nägele verwies auf den Eklat während der Budgetsitzung von 1968, als man den 
Vorschlag zum ersten Mal einbrachte. Er kritisierte offen die Regierung, versuchte 
dennoch sachlich zu bleiben. Danach wandte sich Karlheinz Ritter (VU) an den Landtag, 
kritisierte den Gegenvorschlag der Regierung und verteidigte den eigenen. Die 
Parlamentarier folgten der Position ihrer Partei. Die Diskussion blieb sachlich, wenn auch 
einige Teilnehmer bildlicher wurden. Georg Malin meinte: „Wir haben nicht einfach einmal 
nun eine Burgunderbeute auszuteilen, sondern alle Einnahmen und alle diese Ausgaben 
wiederholen sich mit allen Risiken jährlich. “4 
Man war sich einig, dass man den Ausgleich verbessern könne und es verschiedene 
Wege dafür gebe. Sowohl für den Initiativevorschlag als auch den Gegenvorschlag gebe 
es Gründe, hiess es im Landtag. Franz Beck zeichnete seine Position für die Partei und 
betonte, dass der Vorstoss für Verbesserungen von der VU kam und nicht von der 
Regierung. Georg Malin und Peter Marxer, als Politiker der FBP, bezogen Stellung für die 
Regierung. 
Die Stellungnahme des Regierungschefs war umfangreich. Auch er begann sein Votum 
mit einem Bild: „Wenn man von zwei Obstgärten einen abgibt, sollte man nicht darüber 
streiten, welcher nun abgegeben wird und über ein paar Bäume streiten, wenn Gründe 
299 | tp vom 23.5.69, S. 124. 
240 | tp vom 23.5.69, S. 125. 
241 |tp vom 23.5.69, S. 127. 
82
        

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