VU überbot die FBP bei den Rabatten als auch bei der Anpassung. Der Wunsch nach der 
grossen Steuerreform mit der allgemeinen Einkommenssteuer konnte erneut nicht 
eingelöst werden. Das Thema Steuergerechtigkeit, welches mit dieser Steuer verbunden 
war, trat in den Hintergrund. Der Staatshaushalt rückte wegen der Couponsteuer ein 
wenig mehr in den Mittelpunkt. Sorgen um die Finanzen der Gemeinden überwogen 
jedoch. Neu war die Thematisierung des Gefälles zwischen natürlichen und juristischen 
Personen, welches aber nicht vertieft wurde. Die 60er waren wieder geprägt von einer 
Zusammenarbeit beider Parteien. Johann Beck vertrat mehr die Anliegen der Arbeiter und 
nicht der Partei. Das betonte er explizit. Alois Vogt unterstützte mehrmals die 
Argumentation der Regierung, und Gustav Ospelt, Abgeordneter der FBP, kritisierte als 
einziger die Couponsteuer. Zur Entlastung der Kleinverdiener und der Ehegatten äusserte 
sich ein breiteres Spektrum an Abgeordneten. Ein Kontrast dazu bildete die Diskussion bei 
der Couponsteuer, welche fast ausschliesslich von Ivo Beck und Ernst Büchel geführt 
wurde. Eine Kommissionsbildung fand bei der Teuerungsanpassung nicht statt. Anders bei 
der ersten Revision von 1960, als die Vorlage durch die Finanzkommission in ständiger 
Arbeit war. Alois Vogt wünschte zwar eine Sonderkommission einzusetzen, man begnügte 
sich jedoch die Vorlage für die Korrekturen zurück an die Regierung zu geben. 
7.4 Der Finanzausgleich und die zweite grosse Reform 
1969 
Danach blieb drei Jahre lang das Steuergesetz unangetastet. 1969 begann ein neuer 
Abschnitt liechtensteinischer Politik. Die nächsten Jahren waren geprägt von 
Auseinandersetzungen und Veränderungen. Die Initiative der Vaterländischen Union zum 
Finanzausgleich zwischen den Gemeinden und die Wahlen ein Jahr später markierten 
einen Wendepunkt. 
7.4.1 Die Initiative der VU zum Finanzausgleich 
Am 23. Mai 1969 leitete Landtagspräsident Alexander Frick die Debatte ein. Die Initiative 
wurde in der Budgetsitzung vom 20. Dezember 1968 eingereicht. Die Regierung hat am 8. 
Mai 1969 eine Stellungnahme dazu abgegeben und einen Gegenvorschlag gemacht. 238 
Vizelandtagspräsident Franz Nägele (VU) begründete als erstes in einer länger Rede den 
Vorschlag: man wolle einen gerechteren Ausgleich zwischen den Gemeinden schaffen und 
238 Vgl. Vogt: 125 Jahre Landtag, S. 247. 
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