Alkoholgenuss sei ebenso gestiegen. Er betonte, dass die Abschaffung den Konsum 
anheizen würde: „Das Ansuchen der Gastwirte und der Händler um Abschaffung der 
Alkoholsteuer geht ja nur auf die Hebung des Alkoholkonsums hinaus und dagegen habe 
ich grösste Bedenken. Man darf den Alkohol ruhig als Volksgift bezeichnen [...].“206 Seine 
Argumentation stellte stark auf den gesundheitlichen Aspekt ab und war sehr eindringlich. 
Landtagspräsident Martin Risch, Landesphysikus, widersprach den Argumenten des 
Regierungschefs. Ernst Büchel und Vizepräsident Alois Vogt votierten für die Vorlage der 
Kommission. Vogt nannte die Steuer „eines der berühmten Provisorien, die Ewigkeitswerte 
erhalten.“207 Mit diesem Gesetz werde man daraus ein ‚Definitivum‘ machen. Er erwähnte 
einen weiteren Aspekt. Man habe in der Vernehmlassung den Wirten und Händlern viele 
Zugeständnisse gemacht, die mit dem Schreiben zur Abschaffung der Steuer hinfällig 
werden: „Man hatte dabei so das Gefühl, dass man nun die ganze Hand haben möchte, 
nachdem die Regierung den kleinen Finger gegeben hat.“208 Er plädierte zwar für die 
Beibehaltung wie der Regierungschef, lehnte aber einige Argumente ab: „Ich kann mit 
dem Herrn Regierungschef mit der Behauptung nicht ganz einig gehen, dass man den 
privaten Konsum auch nur einigermassen kontrollieren kann, wenn man halbwegs 
anständig und bürgerlich vorgeht. Die Verhältnisse von heute und von damals, als der 
Herr Regierungschef Steuerbeamter war und seine Erfahrungen gesammelt hat, haben 
sich stark verändert [...].“209 Neben der Ablehnung eines neuen ‚Kontrollapparates‘ für 
Privatpersonen brachte Vogt auch den Finanzausgleich ins Spiel. So benötige der Staat 
Einnahmen, seien sie noch so gering, für die Gemeinden. Zum Schluss machte er den 
Vorschlag die Alkoholsteuer in einer separaten Vorlage der Volksabstimmung zu 
übergeben. 
Das Parlament wägte den Vorschlag ab. Man war der Meinung das Volk akzeptiere die 
Steuer, würde man nur darüber abstimmen. Es zeichnete sich ab, den Vorschlag der 
Kommission zu übergeben. Am Ende entschied der Landtag über die Steuer direkt 
abzustimmen. Man stimmte sogar schriftlich, wodurch man eventuelle Verwerfungen mit 
der Parteilinie vermied. Alexander Frick hatte treffend festgestellt, dass: „über diese Frage 
anscheinend grundverschiedene Auffassungen vorhanden sind und zwar über 
206 Ltp vom 21.12.60, S. 333. 
207 Ltp vom 21.12.60, S. 334. 
208 | tp vom 21.12.60, S. 335. 
209 Ltp vom 21.12.60, S. 335. 
71
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.