Die Aufwandsteuer war kurz Thema der Verhandlungen. Hans Gassner stellte Antrag bei 
den Artikel 56 bis 61 den Begriff der ‚Aufwandsteuer‘ durch die Rentnersteuer zu ersetzen. 
Er argumentierte, dass die Steuer auf diese Personengruppe bezogen sei und der Titel 
Verwirrung stifte: „Das Wort „Aufwandsteuer“ führt vor allem in den davon betroffenen 
Kreisen zu irrigen Auffassungen und man stösst sich allenthalben an dieser 
Bezeichnung.‘“203 Das Parlament stimmte mehrheitlich für den Vorschlag. Gassner 
wünschte danach weitere Änderungen und Entlastungen. Der Regierungschef und der 
Vizelandtagspräsident waren abgeneigt: die neue Formulierung sei ‚elastischer‘ und die 
Vorschrift verwirre. Eine Diskussion ergab sich nicht. Ernst Büchel sprang ein und stellte 
Antrag, das Thema der Kommission zu überantworten. Man nahm den Vorschlag mit 
Mehrheit an.204 
Die Alkoholsteuer provozierte einer der längsten Diskussionen der Steuerreform. Der 
Wirteverband, die Gewerbegenossenschaft und die Weinhändler äusserten ihren Wunsch, 
die Alkoholsteuer abzuschaffen, wie Landtagspräsident Martin Risch erläuterte. Er 
resümierte kurz die Argumente des Schreibens. Es meldeten sich mehrere Parlamentarier 
dazu, sogar mit längeren Reden. Das war selten. Man hatte die Zeit seit der ersten Lesung 
genutzt und sich vorbereitet. 
Argumente für die Abschaffung der Steuer waren vielfältig. Die Finanzlage sei seit 1929, 
als die Steuer eingeführt wurde, besser geworden und diese Einnahme damit unnötig. Die 
Schweiz kenne diese Steuer nicht und die einheimischen Händler würden damit 
benachteiligt. Ebenso argumentierte man, dass die Kontrolle und Verwaltung der Steuer 
die Mehreinnahmen zunichte mache. 
Nach diesen zwei Voten von Andreas Vogt und Martin Risch, für die Abschaffung, hielt 
Regierungschef Alexander Frick eine Rede, worin er für die Beibehaltung plädierte. Er 
betonte den geringen Mehraufwand für die Wirte bei der Erhebung und die problemlose 
Durchführung der Kontrolle von Privatpersonen: „Wenn dann ein Steuerhinterzieher 
erwischt wird, so muss man auch von den Strafbestimmungen Gebrauch machen, anstatt 
ihn mit einem netten Brief zur Bezahlung der Steuern aufzufordern.‘“205 Er verwies dazu 
auf den neuen vereinfachten und ermässigten Berechnungsmodus für Gastwirte. Der 
zweite Teil seiner Rede betonte einen anderen Aspekt: ‚die Gefährdung der 
Volksgesundheit‘. Das ‚Volkseinkommen‘ habe sich über die Jahre vervielfacht und der 
203 | tp vom 21.12.60, S. 323. 
204 Ltp vom 21.12.60, S. 323-325. 
205 Ltp vom 21.12.60, S. 332. 
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