Regierungschef suspendierte man das Problem auf die nächste Lesung.!® Die erste 
Lesung endete um 13.30 Uhr. Einige Tage später wählte man die Redaktionskommission; 
Ernst Büchel, Alfons Büchel und Landtagspräsident Martin Risch für die FBP und Alois 
Vogt und Johann Beck für die VU.191 
7.2.2 Die zweite Lesung 
Die nächste Sitzung fand am 20. Dezember 1960 statt. Der Titel des Traktandums änderte 
ein wenig. Die Regierung wurde nicht mehr als Urheber der Vorlage bezeichnet. 
Landtagspräsident Martin Risch leitete ein, verwies auf die Änderungsvorschläge der 
Kommission und bat Ernst Büchel über die Vorschläge zu referieren.19? 
Abgeordneter Paul Öhri (VU) hielt danach erneut eine Eintretensrede; das war 
ungewöhnlich. Er kritisierte ausführlich drei Punkte. Der erste betraf die Zusammenlegung 
des Erwerbs von Ehemann- und Frau. Man habe jahrelang diesen Missstand kritisiert und 
im neuen Gesetz werde man trotzdem dabei bleiben, monierte er. Als zweiter Punkt 
bemängelte er die zusätzliche Besteuerung der Landwirte. Drittens kritisierte er den 
Finanzausgleich. Die Erträgnisse aus der ‚Holding-Gesellschaftssteuer‘ habe man früher 
pro Kopf den Gemeinden zugewiesen. Man plante den Gemeinden mit einem hohen 
Gemeindezuschlag mehr zugeben. Er beklagte, dass die Gemeinden, die sparen, bestraft 
werden, weil sie weniger Steuern erheben müssten. Es werde für die Gemeinden Anreize 
gemacht ihre Steuern zu erhöhen.!93 
Regierungschef Frick war verunsichert. Er fragte nach, ob man eine neue 
Eintretensdebatte machen wolle, und ob er die Punkte gleich oder unter den 
entsprechenden Artikeln behandeln solle. Vizelandtagspräsident Alois Vogt (VU) wollte 
dies vermeiden und schlug vor, bei den entsprechenden Abschnitten zu antworten. 
Alexander Frick entschied sofort Stellung zu nehmen. Die Einkommen von Ehefrauen 
würden, gemäss Kommissionsvorschlag, bis zu 4000 Franken getrennt versteuert. Er 
betonte, das Problem sei nicht der organisatorische Mehraufwand, sondern die Aufteilung 
bei Landwirten und Freierwerbenden. Das Problematik der Steuergerechtigkeit zwischen 
Selbständigen und Unselbständigen sprach er nicht direkt an. Beim zweiten Punkt zeigte 
sich Frick überrascht. Die Besteuerung der Landwirte sei vom Arbeiterverbund, deren 
190 Ltp vom 29.10.60, S. 190-199. 
191 Ltp vom 2.11.60, S. 202-203. 
192 Ltp vom 20.12.60, S. 299. 
193 Ltp vom 20.12.60, S. 299-302. 
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