7. Die Steuergesetzdebatten 
Das Steuersystem von 1950 bis 1980 stammt in seinen Grundzügen aus den Grundsätzen 
und Plänen von Ökonomieprofessor Julius Landmann aus dem Jahr 1923. Es bestand aus 
einer Erwerbssteuer im Progress, einer Vermögenssteuer, einer Erbschafts- und 
Schenkungssteuer, einer Gesellschaftssteuer und einer Getränkesteuer. Die 
Gemeindesteuern kamen hinzu. Darin waren der Zuschlag zur Vermögens- und 
Erwerbssteuer, die Billetsteuer, die Hundesteuer und die Kraftfahrzeugsteuer enthalten. 
1923 belief sich der Basissatz der Vermögenssteuer auf 1,5 Promille des Reinvermögens. 
Die Erwerbssteuer fixierte man auf 3 Prozent des steuerbaren Erwerbs. 
Holdinggesellschaften entrichteten eine geringe Kapitalsteuer, welche Liechtenstein als 
Sitz für ausländisches Kapital attraktiv machte. 159 
Im Rahmen des Zollanschlussvertrags mit der Schweiz musste man auch die 
eidgenössische Couponsteuer und die Stempelabgaben übernehmen. 1926 und 1928 
führte Liechtenstein neue Gesellschaftsformen ein, zum Beispiel den Trust, die keine 
Stempelabgaben zahlten. Während der Jahrzehnte gab es wenig Änderungen. 1929 
führte man eine Alkoholsteuer 
ein und 1941 die schweizerische Jahr Gesamte Jährliche Anteil der Steuern 
uereinnahmen Zuwachsrate Gemeinden pro Einwohner 
Warenumsatzsteuer. Die Mio. Fr.) 6) (% (Fr.) 
Revision von 1960 beendete die m 02 N “A ® 
Getränkesteuer und schuf die 80 1 21 3 w 
1950 4,1 9,9 31 298 
Pauschalbesteuerung von ko as He 9 a 
Industriebetrieben ab. Höhere m m ns 9 sm 
Einkommen belastete man mehr 2000 736,3 9,5 31 22'404 
und umgekehrt entlastete man 
. . . N Tab. 1: Steuereinnahmen von Land und Gemeinden (Quelle: 
die Kleinverdiener und Familien. Merki: Wirtschaftswunder Liechtenstein, S. 187) 
1970 erhöhte man den 
Ertragssteuersatz von Unternehmen auf mindestens 7,5 Prozent. Die obere Grenze 
fixierte man bei 20 Prozent. Doppelbesteuerungsabkommen richtete man 1955 und 1969 
mit Österreich und 1995 mit der Schweiz ein. Der Versuch eine allgemeine 
Einkommenssteuer einzuführen scheiterte nach mehrfachen Ankündigungen 1990 an 
einem Volksentscheid. 160 
159 Merki: Wirtschaftswunder Liechtenstein, S. 184. 
160 Ebd., S. 185. 
56
        

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