eine Anhörung des Berufsstandes der Vertreter, Treuhänder und Buchhalter habe nicht 
stattgefunden. Dies sei kein korrektes Vernehmlassungsverfahren gewesen. Deswegen 
habe man den Verband gegründet und wünsche sich offiziell vernehmen zu lassen, eine 
Stellungnahme abgeben zu können und mit einer Kommission zu beraten. Es folgten in 
der Petition weitere Kritiken an der Vorlage und Vorschläge für eine Umgestaltung.!?/ 
Nach der Verlesung des Schreibens war für Johann Beck (VU) klar, dass man nun eine 
Anhörung machen und im Frühling die nächsten Lesungen durchführen könne. Das 
Problem der fehlenden Liste der Treuhänder sei nicht mehr gegeben. Abgeordneter Peter 
Marxer wendete ein, dass es nicht nötig sei, die Vorlage an die Regierung 
zurückzuschicken. Es stelle sich nur die Frage, ob man die Petition in dieser Sitzung 
behandeln könne, oder ob man eine Kommission bilden solle. Er verwies zusätzlich auf 
das Problem, dass die genannten Verbände nicht repräsentativ sein könnten. Die 
Anhörung wäre genauso problematisch vorher, schloss er. Cyrill Büchel beantragte die 
Absetzung des Traktandums und die Zustellung der Petition an alle Abgeordneten. 
Abgeordnete beider Parteien plädierten für eine Kommission. Georg Malin (FBP) fragte 
noch warum das Gesetz von 1958 nicht gewirkt hatte, worin es geheissen hatte, das die 
Rechtsagenten eine Bewilligung halten müssten. Der Regierungschef erklärte, es habe 
sich damals um eine Verordnung gehandelt, worin aber keine Einschränkung bei 
Rechtsagenten vorgenommen wurden. Er wolle nicht auf Einzelheiten eingehen, solange 
Verfahrensfragen offen seien. Der Regierungschef zeigte sich erleichtert, dass auch in der 
Petition davon die Rede sei ‚Ordnung‘ zu schaffen: „Und wie ich aus der Presse im In- und 
Auslande entnehmen konnte, wurde das Gesetz auch so aufgefasst und auch gut 
aufgenommen.“ 128 
Parteisprecher Peter Marxer begann darauf Personen für Kommission vorzuschlagen. 
Präsident Frick musste ihn bremsen. Zuerst hatte man überhaupt über die Einsetzung 
einer Kommission abzustimmen, was einhellig geschah. Die Vorschläge zur Besetzung 
und die Absetzung des Traktandums von der Tagesordnung geschahen einhellig.1?9 
6.1.3 Die zweite und dritte Lesung 
Knapp ein Jahr später traf man sich, um das Gesetz in der zweiten und dritten Lesung zu 
beraten. Der Landtagspräsident leitete ein und erklärte, dass die Kommission die 
127 Ltp vom 21.12.67, S. 385-392. 
128 Ltp vom 21.12.67, S. 395. 
129 Ltp vom 21.12.67, S. 395-396. 
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