Vernehmlassungsverfahren mit diesen Treuhändern. Es störte ihn ebenso die Pflicht für 
Alteingesessene, erneut um eine Konzession ansuchen zu müssen. Büchel und der 
Regierungschef verteidigten die Pläne. Der Abgeordnete antwortete etwas genervt, es 
gehe eben darum die alten Treuhänder zu erfassen mit der Konzession. Dadurch erhalte 
man eine Liste. Damit brachte er das Thema der Listen wieder in die Diskussion. 
Regierungschef Batliner ergänzte, man habe mit einzelnen Treuhänder besprochen, aber 
kein Vernehmlassungsverfahren mit einer fehlenden Liste machen können. Büchel fügte 
bei, dass die bisherigen Anwälte ebenfalls keine Prüfung mehr machen müssten. 
Vizelandtagspräsident Franz Nägele (VU) kritisierte danach ein weiteres Mal, dass Nicht- 
Juristen, teils mit 30 Jahren Praxis, bei der Regierung wieder um eine Konzession 
ansuchen müssen. Er sah darin ein „undemokratisches Vorgehen [...]‘“.120 Der 
Regierungschef antwortete etwas verlegen: „Ich muss zuerst etwas feststellen: Bis jetzt 
wurden in ganz wenigen, vereinzelten Fällen, aber so ganz gelegentlich und schon 
längere Zeit nicht mehr, Konzessionen erteilt, die juristisch gesehen, nicht juristische Akte 
waren, weil gar keine Konzession erteilt werden konnte, weil es eine vollständig freie 
Berufstätigkeit war.“121 Nägele machte weiter Druck und meinte, man solle mit einem 
Schreiben die Betroffenen darauf aufmerksam machen, dass das ganze keine Schikane 
sei. Ernst Büchel schaltete sich wieder ein und betonte, dass es gefährlich sein könne, die 
betreffenden Leute anzuschreiben, da damit ‚präjudiziert‘ würde, dass derjenige eine 
Konzession hätte. Er schlug vor, eine Frist zu setzen und die Regelung zweimal zu 
publizieren. Zusätzlich meinte er, solle man eine Bestimmung reinnehmen, die den 
Alteingesessenen einen Anspruch auf eine Konzession gebe.!22 Einen Entscheid fällte 
man dazu nicht. 
Präsident Alexander Frick wechselte danach das Thema und verwies auf Artikel 14, wo es 
um die Buchprüfung und Revision ging. Er befürchtete, ausländische 
Revisionsgesellschaften könnten in Schwierigkeiten mit den Bestimmungen kommen. Der 
Regierungschef bejahte dieses Problem, um dann noch einmal auf das Problem der 
Rekonzessionierung zu kommen, das Büchel angesprochen hatte. Der alte Gesetzestext 
habe früher anders geheissen und die Regierung habe die Konzession erteilen müssen, 
wenn die Kriterien erfüllt waren; die Regierung sei also nicht frei gewesen. Er verwies 
dazu auf die Erklärung im Motivenbericht. Gustav Ospelts (FBP) Antrag, das Problem mit 
120 Ltp vom 29.11.67, S. 340. 
121 Ltp vom 29.11.67, S. 341. 
122 Ltp vom 29.11.67, S. 342. 
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