Vorschlag Büchels mit der Begründung ab, die Prüfungen aus den verschiedenen 
Rechtsgebieten sollten mit entsprechenden Experten besetzt sein. Mit fünf Mitgliedern 
böte sich zudem die Chance einheimische Experten dabei zu haben.!!5 Büchel 
argumentierte dagegen und meinte, mit seinem Vorschlag könne man bei drei Mitgliedern 
die Mehrheit mit Liechtensteiner besetzen, wenn man nur ein Mitglied von den höheren 
Gerichten nähme. Er verzichtete am Schluss auf einen Antrag: „Bitte, ich kapriziere mit 
nicht darauf.“116 Landtagspräsident Alexander Frick (FBP) meinte, die Regierung werde bis 
zu den nächsten Lesungen sich etwas überlegen. 
Unter Artikel 7 entstand eine Kontroverse. Ivo Beck fragte, warum Anwälte nur auf 
Verlangen in eine Liste aufgenommen werden müssen, um tätig zu werden. Das sei ein 
Widerspruch zu Artikel 1, wo es hiesse, dass die Eintragung bei der Regierung Pflicht sei. 
Der Regierungschef meinte nur kurz, man werde das überprüfen. Ernst Büchel erklärte, es 
handle sich bei Artikel 7 um eine Übergangsbestimmung. Cyrill Büchel (VU) hielt es darauf 
für wichtig, dass den einzelnen Abgeordneten eine Liste mit den bisherigen Konzessionen 
zugestellt wird. Ernst Büchel blockte ab: der Landtag habe keine Befugnis über 
Zulassungen zu urteilen, sondern nur die ‚Verwaltungsbehörde‘. Die Anwälte seien im 
Telefonbuch und nur: „Bei den Treuhändern gibt es vielleicht mehr Konzessionen, als wir 
wissen. Aber ich weiss nicht, was der Landtag mit diesen Listen tun sollte.“117 Seine 
Antwort war ruppig. Der Regierungschef meinte auch, die Liste der Anwälte sei leicht zu 
bekommen auch ohne Regierung. Bei den Treuhändern bestehe keine Liste, und der 
Beruf sei vollständig frei gewesen. Einzelne Anmeldungen seien erfolgt und zur Kenntnis 
genommen worden. Mit dem neuen Gesetz solle dem abgeholfen werden. Cyrill Büchel 
fragte, wie die bisherigen Berechtigten weiterhin ihren Beruf ausüben könnten, obwohl 
man mangels Liste nicht weiss, wer diese seien. Batliner verwies auf die späteren Artikel, 
wo die Voraussetzungen für Treuhänder geregelt werden.118 
Das Thema der umstrittenen Listen war noch nicht vorbei. Bei Artikel 14 kritisierte Johann 
Beck (VU) die Ungleichheit zwischen Anwälten und Treuhändern. Rechtsanwälte müssten 
Nicht um eine Konzession ansuchen, die Wirtschaftsberater und Treuhänder hingegen 
schon: „[...] der Rechtsanwalt ist hier irgendwie schon tabu [...]“.!19 Er plädierte für ein 
115 Ltp vom 29.11.67, S. 331. 
116 Ltp vom 29.11.67, S. 332. 
17 Ltp vom 29.11.67, S. 337. 
118 Ltp vom 29.11.67, S. 337-338. 
119 Ltp vom 29.11.67, S. 339. 
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