5. Das Personen- und 
Gesellschaftsrecht im Landtag 
Das Personen- und Gesellschaftsrecht (PGR) bildete die gesetzliche Grundlage für das 
Liechtensteinische Gesellschaftswesen, das einen beachtlichen Anteil der 
Staatseinnahmen sicherte. Das liechtensteinische Gesellschaftswesen erlebte nach dem 
Zweiten Weltkrieg ein phänomenales Wachstum. Christoph-Maria Merki nennt 
verschiedene Faktoren, welche die Gründungen von Sitzunternehmen nach 1945 
begünstigten: die wirtschaftliche Erholung nach dem Krieg, Abbau von Beschränkungen 
im internationalen Devisenverkehr, grössere internationale Vermögen, technische 
Neuerungen im Finanzverkehr wie Fernschreiber und Telefax, die Anziehungskraft des 
starken Schweizer Frankens, die soziopolitische Stabilität in Liechtenstein, attraktive 
Konditionen der lokalen Anbieter und die Erhöhung des Steuerdrucks in den umliegenden 
Ländern.®2? Der Autor schreibt, dass der Erfolg des Gesellschaftswesens auch auf 
Rahmenbedingungen beruht, welche in den 20er Jahren geschaffen worden sind: niedrige 
Steuern für Sitzunternehmen, attraktives Personen- und Gesellschaftsrecht, ein stabiler 
Schweizer Franken, die enge Verbindung mit dem schweizerischen Finanzplatz, ein 
umfassender Geheimnisschutz für ausländische Anleger und die innenpolitische Stabilität 
des Fürstentums mit einem 
85000 
starken Monarchen und 0 — 
75000 
ausschliesslich bürgerlichen mw - 
65000 
Parteien. Die 800 
55000 
50000 
45000 
. . . 40000 
sich von 1950 bis 1980 kaum. Mit 35000 - 
30000 
längerer Geltung steigerten sie 2500 
20000 
umso mehr das Vertrauen von 4% 
y 
5000 — 
Rahmenbedingungen änderten 
  
Investoren.$3 
m 5 
0 —_ 
1921 1925 1931 1945 1958 1963 1973 1979 1983 1988 1995 2000 2002 
Das Diagramm (Fig. 1) zeigt die 
N . Fig. 1: Anzahl Holding- und Sitzunternehmen (Quelle: Merki: 
ungefähre Anzahl der Holding- und Wirtschaftswunder Liechtenstein, S. 151) 
Sitzunternehmen in Liechtenstein 
52 Merki: Wirtschaftswunder Liechtenstein, S. 150. 
53 Ebd., S. 151-152. 
17
        

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