waren. Damit betonte er wieder externe Faktoren, die für den Erfolg verantwortlich seien 
und relativierte die Leistung der FBP. 
Die FBP schien an einer Auseinandersetzung nicht interessiert gewesen zu sein. Hilmar 
Ospelt entschuldigte sich für die späte Zusendung der Berichte und verwies auf die starke 
Belastung der Dreierkommission und deren Verpflichtungen in der Privatwirtschaft. Ospelt 
hatte die gewachsenen Anforderungen an die Kommission, die fehlenden Kräfte dafür und 
das geringe Entgelt in den letzten Jahren mehrmals kritisiert. Landtagsvizepräsident 
Karlheinz Ritter äusserte sich kurz zur Kritik von Kindle. Der Präsident schien verhindert 
gewesen zu sein. Ritter nannte die Zielsetzung und das Konzept des Inhalts. Man wolle 
den Regierungsmitgliedern Raum für eine eigene Darstellung geben. Die Inhalte müssten 
sachlich sein. Er ergänzte vorsichtig: „Es wird aber darauf zu achten sein, dass diese 
neueröffnete Möglichkeit nicht zu parteipolitisch motivierten Zwecken missbraucht wird.“520 
Damit war die Eröffnungsdebatte zu Ende. Die gesamte Rechnung war mit 16 Seiten sehr 
kurz. Das war ungewöhnlich. Die Stellungnahme des Regierungschefs fehlte. Die 
Abwesenheit des Landtagspräsidenten, die nähe zu den Landtagswahlen und der 
Systemwechsel waren vielleicht Faktoren, welche die Auseinandersetzung zusätzlich 
begrenzten.$21 
Am Schluss stellte Herbert Kindle den Antrag über den Bericht und die Rechnung getrennt 
abzustimmen, da er dem Bericht aufgrund der Eigenwerbung nicht zustimmen könne, der 
Rechnung hingegen schon. Marxer opponierte. Der Antrag Kindles fiel mit sechs Stimmen. 
Der folgenden Globalabstimmung gaben alle Abgeordnete ihre Stimme.522 
1978 - Die VU zurück an der Mehrheit 
Die VU übernahm die neue Sprechordnung. Der neue Präsident der Geschäftsordnung, 
Wolfgang Feger von der Union, machte die Einleitung. Er zeichnete ein negatives Bild der 
Rechnung. Die Rechnung habe sich aufgrund der Erhöhung des Dotationskaptials der 
Landesbank um 15 Millionen gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Die ordentliche 
Rechnung sei wegen acht Millionen Franken weniger Abschreibungen besser ausgefallen. 
Die direkten und indirekten Einnahmen aus dem Ausland seien ebenso gesunken. Es 
gebe einen Rückgang bei den Neugründungen von den Gesellschaften, erklärte er 
nüchtern. Er verwies zudem auf kleinere Probleme bei den Nachtragskrediten. 
520 | tp vom 7.7.77, S. 296. 
521 Ltp vom 7.7.77, S. 294-301. 
522 Ltp vom 7.7.77, S. 301-302. 
190
        

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