1974 - die Mehrheit der FBP 
Die Rechnungsdebatte von 1974 fand unter der neuen Mehrheit der FBP statt. Die Anzahl 
der Seiten lassen wieder eine längere Auseinandersetzung vermuten. Walter Kieber leitete 
als neuer Regierungschef die Sitzung ein. Seine Darstellung basierte grösstenteils auf 
Zahlen. Er verglich vor allem die Unterschiede der Rechnung zum Budget in der 
ordentlichen und ausserordentlichen Rechnung. Er schlüsselte grob die Einnahme- und 
Ausgabestruktur des Haushalts auf und nannte auch die Zahlen zur Verteilung der 
Gemeindesubventionen und Finanzausgleich. In einem zweiten Teil präsentierte er bündig 
die Massnahmen der Regierung um die Ausgabensituation zu verbessern. Seine 
Ausführungen blieben sachlich. Er verzichtete auf Urteile. 
Nachdem Anton Gerner (FBP) kurz als Präsident der Geschäftsprüfungskommission 
kommentiert hatte, machte die VU mit Franz Beck ihre erste Stellungnahme. Seine Kritik 
war zurückhaltend. Er verwies auf die hohe Inflation und die grossen Bauprojekte, die für 
den Ausgabenüberschuss verantwortlich seien. Er redete nicht von einem Defizit. Er 
bemängelte einige Budgetüberschreitungen und kleinere Fehler in der Rechnung. 
Peter Marxer äusserte sich danach wieder lobend zur Rechnung, zeigte sich aber auch 
kritisch und verwies auf den ‚Fehlbetrag‘ von 16 Millionen Franken: „Mit Bedauern müssen 
wir nun feststellen, dass wir uns zu früh gefreut haben. Das Rechnungsjahr 1973 schliesst 
mit dem höchsten Fehlbetrag in der Geschichte der Finanzgebarung unseres Landes 
ab.‘“01 Er rügte danach die Budgetüberschreitungen mit den Nachtragskrediten bei den 
Ausgaben und die pessimistische Veranlagung bei den Einnahmen. Er wies zum Schluss 
erfreut auf das neue Finanzhaushaltsgesetz der Regierung hin. 
Herbert Kindle kritisierte umfassender die Darstellung des Regierungschef. Er wünschte 
einen gesamthaften Vergleich zwischen Land und Gemeinden und nicht nur in Bezug zur 
Steuer. Er ergänzte präventiv, dass nächstes Jahr nicht die Massnahmen der Regierung 
Verbesserungen bringen werden, sondern die aktuelle Erhöhung der Mindeststeuer für 
Sitzunternehmen, welche nächstes Jahr einschlagen würden. Er nahm die Urheberschaft 
für diese Massnahme, betonte die positive Finanzsituation des Landes und grenzte sie 
von der negativen Finanzentwicklung mit ihrem ‚hochgezüchteten‘ Budget ab. Er nahm 
auch Stellung zu den wahlpolitischen Auseinandersetzungen der letzten Jahre, lehnte die 
Dramatik ab und kritisierte mit Verweis auf den Finanzausgleich, welche er als Grund für 
501 Ltp vom 11.7.74, S. 272. 
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