Kritik Marxers weg. Er verwies zudem auf „eine generelle Anspruchsinflation aufgrund 
einer Wohlstandsexplosion“.%3 Damit verschob er die Ursache auf externe Faktoren. 
Landtagspräsident resümierte, man solle keine ‚Prestigestandpunkte‘ verteidigen, das 
Budget nicht für Wahlkampftechnische Manöver verwenden und auf Beschönigung und 
Schwarzmalerei verzichten. Er betonte vor allem die grossen Projekte im Schulwesen und 
Bausektor, welche die ordentlichen Einnahmen überlasteten. Er begann die Lesung.“+4 
Die Eintretensdebatte ein Jahr später überraschte. Hilbe hielt eine sehr kurze Rede. Er 
begann mit dem Verweis auf eine stabile ausserordentliche Rechnung von 20 bis 25 
Millionen Franken und meinte, es werde wahrscheinlich nicht alles benötigt respektive 
gebaut. Dazu verwies er auf die Übernahme der schweizerischen Kreditmassnahmen und 
zusätzlichen Massnahmen auf dem Bausektor. Der Baumarkt sei dadurch ‚entkrampft‘ und 
die Teuerung gebremst worden. Die Energiekrise habe aber eine neue ausgelöst, erklärte 
er. Das Budget sei mit 20 Prozent mehr gewachsen als die Teuerung aufgrund der 
Zunahme im Schul- und Sozialwesen und vermehrter Subventionen im Bausektor. Im 
letzten Abschnitt nahm er Bezug zu den Unterlagen des letzten Jahres, welche er nun als 
Expose bezeichnete. 
Peter Marxer und die FBP stimmten dieses Mal zu. Marxer begrüsste das ausgeglichene 
Budget und die neu eingeteilte ausserordentliche Rechnung, welche, wie er sagte, durch 
die Mehreinnahmen im Holdingwesen und deren Zweckbindung gedeckt werde. Er 
begrüsste auch die Vorausschau des Regierungschefs, meinte aber, man wünsche sich 
immer noch einen Finanzplan. Herbert Kindle betonte stark die positive Situation: man 
habe hohe Abschreibungen eingesetzt, man musste bisher keine Kredite aufnehmen, die 
Rechnung für 1973 werde wahrscheinlich positiv ausfallen, es gebe noch Reserven und 
durch die Steuerrevision kämen weitere Mehreinnahmen, sagte er. Kindle machte auch 
kurze Erläuterungen zur befürchteten Energiekrise. 
In der Anschlussdiskussion ging es wieder um den Finanzplan. Das Plenum erörterte 
dieses Mal die Frage, inwiefern der Plan bindend für Budget, Regierung und Parlament 
sei. Später fragte man nach einer Diskussion um die Prioritätenordnung. Der Landtag 
schien die Unsicherheiten solcher Prognosen akzeptiert zu haben. Die Parteien waren 
sich in der Sache näher gekommen. Man war sich auch einig, dass solche Unterlagen 
433 Ltp vom 18.12.72, S. 593. 
%4 Ltp vom 18.12.72, S. 589-594. 
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