Die FBP öffnete die Diskussion mit weiteren Punkten. Der Einwand von Georg Malin betraf 
den demokratischen Entscheid: „Meine Herren, nach ca. 18 Monaten und nach 
dreijähriger Gültigkeitsdauer soll der Volkswille durch die Volksvertreter für das Volk im 
Namen des Volkes geändert werden.“291 Seine ausgiebige Kritik und seine literarische 
Sprache waren selten im liechtensteinischen Parlament. Zu Kindles Vergleich mit der 
Schweiz sagte er: „Was in der Schweiz geschah, das ist für uns hier nicht verbindlich. Wir 
können uns nicht in den Rockfalten der Mutter Helvetia verstecken. “292 
Ernst Büchel nannte als Beispiel die Debatte um eine Kläranlage in der Budgetberatung, 
und stellte fest, Herbert Kindle habe dort den Finanzausgleich noch verteidigt. Gleichzeitig 
wies er darauf hin, dass die Planungsbudgets der Gemeinden mit einer Änderung des 
Ausgleichs gefährdet würden. Peter Marxer blickte auf die Ereignisse von 1969 zurück und 
rückte das schlechte Verhalten und die Parteipolitik der VU in den Vordergrund. Alexander 
Frick ging, ähnlich wie vor drei Jahren, auf das Umverteilungssystem und die Änderungen 
von 1960 und 1970 ein, Er begründete seine Kritik am neuen System sachlicher. 
Die Kritik war massiv. Herbert Kindle übernahm fast durchweg die Verteidigung und 
erwiderte eindringlich. Franz Beck kommentierte und unterstützte am Rande. Zur 
Verletzung des Volkswillens entgegnete Kindle, dass das Volk nicht nur über den 
prozentualen Anteil abgestimmt habe, sondern auch über die Höhe des Ausgleichs, 
welcher mit der aktuellen Anpassung nominell nicht gekürzt werde. Die Gemeinden 
bekämen nominell mehr Geld. Zur Kläranlage merkte Kindle an, dass die FBP trotz Kritik 
am zu hohen Finanzausgleich den Gemeinden noch mehr Geld zuschieben wolle. Zur 
Kritik an der Zusammenarbeit 1969 erinnerte er an die für die VU ungenügende Kopfquote 
und die Nachteile für einzelne Gemeinden. Sein Rückblick konstatierte: „Im Gegenteil, die 
Vaterländische Union wurde mit einem unmöglichen Gegenvorschlag an die Wand 
gespielt. Die Reaktion war eine zwingende Konsequenz. “293 
Die Diskussion blieb hitzig. Die Parteilinien waren klar umrissen. Die Aspekte debattierte 
man mit unterschiedlicher Resonanz. Den finanziellen Aspekt der Initiative behandelte 
man im Zuge der Rechtfertigung der Anpassung des Volksentscheides. Die FBP trug sehr 
viel Kritik vor. 
Die Diskussion nahm eine neue Wendung als der Landtagspräsident ein Schreiben der 
Gemeindevorsteher präsentierte, welches einen Antrag enthielt. Abgeordneter Emanuel 
291 Ltp vom 25.11.71, S. 610. 
292 Ltp vom 25.11.71, S. 610. 
293 Ltp vom 25.11.71, S. 607. 
99
        

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