Im Unterschied zu anderen Interview-Erhebungsmethoden, zielt die Bezeichnung Experteninterview 
nicht auf die Vorgehensweise, sondern auf die angestrebte Zielgruppe. Der Experte zeigt sich als 
ein Mensch mit einem besonders hohem Wissensstand oder grosser Erfahrung im Forschungsum- 
feld. Auch werden Experten oft als ranghohe Mitarbeitende definiert, welche infolge ihrer Funktion 
mehr Einfluss ausüben können. Doch auch durch eine besondere Faszination, ein ausgeprägtes 
Hobby oder schlicht durch langjährige Erfahrung kann Expertentum zu einer Thematik entstehen 
(Glaser, 2010, S. 1; Huber, 2014, S. 23-24). Mey und Mruck (2011, S. 264) schreiben im gleichen 
Kontext auch vom Akteur spezifischen Interview, bei welchem nicht primär die Person im Vorder- 
grund steht, sondern vielmehr das Wissen, welche diese zum geforderten Themengebiet einbringen 
kann. Die Interviewpartner der Zielgruppe der vorliegenden Arbeit können nicht als Experten in Be- 
zug auf die Holakratie verstanden werden. Jedoch kónnen sie als Experten hinsichtlich der Organi- 
sationsentwicklung und des Unternehmens angesehen werden. 
In der Forschung kennt man grundsätzlich drei Arten der Durchführungsform von Interviews, das 
standardisierte, das nichtstandardisierte sowie das halbstandardisierte Interview. Gemass Glaser 
und Laudel (Glaser & Laudel, 2010, S. 40) eignet sich das standardisierte Interview insbesondere 
für den quantitative Ansatz. Da bei dieser Form nicht nur die Fragen, sondern auch die Antwortmóg- 
lichkeiten bereits im Vorfeld definiert werden. Im Gegensatz dazu zeigt sich das nichtstandardisierte 
Interview als gänzlich offen und unstrukturiert, was die zielführende Gesprächsführung insgeheim 
erschwert. Insbesondere dann, wenn spezifische Fragen geklärt werden müssen (Gläser & Laudel, 
2010, S. 40). 
Immer dann, wenn einzeln, im Vorfeld bestimmte Informationen erhoben werden sollen, empfiehlt 
sich die Form des halbstandardisierten Interviews. Ebenfalls eignet sich das halbstandardisierte In- 
terview um mehrere Themen zu beantworten welche nicht durch die Antworten des Interviewpartner 
bestimmt werden (Gläser & Laudel, 2010, S. 41). Die vorliegende Arbeit erfüllt beide dieser Kriterien. 
Einerseits ist die spezifische Erhebung von Informationen für die Beantwortung der Forschungsfrage 
essentiell und andererseits müssen aufgrund der forschungsbegleitenden Zusatzfragen mehrere 
Themen behandelt werden, welche nicht durch die Antworten des Interviewpartners bestimmt wer- 
den. 
Für die Durchführung eines Experteninterviews ist ein Leitfaden als Unterstützung hilfreich. Der Leit- 
faden enthält thematisch geordnete Fragen, welche in der Reihenfolge noch in der Formulierung 
verbindlich sind. Dies ermöglicht dem Interviewer je nach Antwort individuell auf Themen einzuge- 
hen und nachzufragen, um einen möglichst hohen Erkenntniswert für die Beantwortung der For- 
schungsfrage zu gewinnen (Bortz & Doering, 2006, S. 308—309). Auch Fragen welche nicht im Vor- 
feld ausgearbeitet wurden, aber im Kontext des Interviews als wichtig erscheinen kónnen dadurch 
gestellt werden (Bryman & Bell, 2011, S. 467). 
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