Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2018) (2018)

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Franz Frick 
(1906-1975), erster 
uniformierter Brief 
träger von Balzers. 
Briefträger Simon 
Büchel, «Post 
fräulein» Luzia 
Büchel-Frick, 
Magdalena (Lenele) 
Vogt-Büchel und 
Posthalter Klemens 
Brunhart auf der 
Treppe des altes 
Postamtes an der 
Rietstrasse. 
Briefträger Simon 
Büchel, seit 1925 
bei der Post und seit 
1935 uniformierter 
«Landesbriefträger». 
miserabel. 29 Die Liechtensteiner Festangestellten sahen 
sich im Mai 1920 sogar veranlasst, für bessere Löhne zu 
streiken - mit Erfolg. 30 
Als erster Balzner Briefträger ist 1890 Gregor Frömmelt 
bekannt. Er trug zweimal täglich die Post aus und soll 
dafür nur etwa eine Stunde benötigt haben. Als Balz 
ner Postboten vor 1900 sind auch Josef Vogt und Josef 
Gstöhl namhaft. 
Der Ortsteil Mäls sah sich bei der Postzustellung ge 
genüber Balzers immer wieder benachteiligt. 1928 be 
klagten sich die Mälsner, dass sie die Zeitungen erst am 
Nachmittag erhielten, die Balzner schon am Vormittag. 
Von den damals 220 Abonnementen gingen etwa 70 
nach Mäls. Der Posthalter Wolfinger wiegelte ab, es sei 
unmöglich, auch noch in Mäls die Zeitungen am Vor 
mittag auszutragen - reklamiert hätten auch nur vier 
bis fünf Zeitungsbezüger. Man könne ja einen eigenen 
Zustelldienst für Mäls einrichten, was aber etwas koste 
und ein Präjudiz für andere Gemeinden schaffe. Kurz 
um, eine Änderung sei nicht möglich. Die Kreispostdi 
rektion St. Gallen zeigte sich grosszügiger und bewillig 
te eine Erhöhung des Zustelldienstes von siebeneinhalb 
auf achteinhalb Stunden täglich, was der Postversorgung 
von Mäls zugute kam. 
Erster uniformierter Briefträger in Balzers war der 1975 
verstorbene Franz Frick [Ladafränzle], dem 1935 Simon 
Büchel als «Landesbriefträger» nachfolgte. 31 Der Brief- 
bot-Simma war seit 1925 bei der Balzner Post, zuerst 
als Privatbriefträger zu magerem Lohn. Er musste mit 
Kündigung drohen, wenn auf Jahresbeginn 1928 keine 
Gehaltserhöhung erfolge. Der Posthalter bestätigte, dass 
Büchel ohne jede Klage und zur vollsten Zufriedenheit 
arbeite und eine «Lohnverbesserung auf den Weihnacht 
tisch» verdiene. Die Postverwaltung war der Ansicht, der 
Posthalter könne seinem Privatbriefträger ja mehr be 
zahlen, es bleibe ihm als Poststellenleiter immer noch 
genug. Simon Büchel verdiente trotz gleicher Leistung 
weniger als die Briefboten in Vaduz, Schaan und Eschen, 
die zudem Alterszulagen genossen und pensionsberech 
tigt waren. Büchel war deshalb daran gelegen, eine An 
stellung als Landesbriefträger zu erhalten. Ein erstes Ge 
such wurde abgelehnt. Ein zweites Gesuch 1934 des laut 
Postzeugnis «intelligenten, gewissenhaften und tüchtigen 
Zustellers» Büchel hatte Erfolg. Die Kreispostdirektion 
schrieb [nicht an Büchel], ihr sei zu Ohren gekommen, 
dass die Regierung dem Gesuch Büchels sympathisch 
gegenüberstehe, weil sie ihn so «bei der in Aussicht ste 
henden Ausschreibung der Posthalterstelle in Balzers als
	        

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