Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2014) (2014)

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Mich würde interessieren, mit welchen schulischen und 
beruflichen Voraussetzungen du bei der Gerätebau- 
Anstalt angefangen hast. 
Ich hatte nur schulische Grundlagen. Nach der Pri 
marschule in Balzers und der Realschule in Vaduz be 
suchte ich während eines Jahres die Handelsschule am 
Marianum, um dann für ungefähr zwei Jahre - zusam 
men mit anderen Liechtensteinern - an der «Stavia» 
in Estavayer-le-Lac Französisch mit Handelsfächern, 
Schweizer Geschichte und Geografie zu lernen. 
Anfang November 1948 bewarb ich mich bei der da 
maligen Gerätebau-Anstalt. Das Vorstellungsgespräch 
führte der Finanz- und Personalchef Paul Moser. Die 
einzige freie Stelle war die Materialbuchhaltung, aber 
ich zeigte mich offen für Neues. Seine Frage: «Können 
Sie abschreiben?» Meine Antwort: «Ja.» 
Am 9. November 1948 begann ich als Mitarbeiter 
Nr. 55 mit der Verbuchung von Materialbezugsschei 
nen. Mein Monatsgehalt betrug 300 Franken. Am 
zweiten Arbeitstag erschien Paul Moser zur Kontrolle. 
Auf etwa hundert Buchungen fand er circa zehn Feh 
ler. Sein Fazit: Sie können nicht abschreiben! Bei der 
zweiten Kontrolle am vierten Tag - ich gab mir viel 
Mühe - hatte sich die Fehlerzahl halbiert. Die dritte 
Liechtensteiner «Fraktion» am Institut Stavia in Estavayer- 
le-Lac: Lorenz Kaufmann, Heinz Batliner, Harald Frömmelt 
und Anton Vogt (von links). 
Kontrolle war fehlerfrei - hurra! Damit hatte ich eine 
erste wichtige und lehrreiche Hürde genommen. 
In der Folge erhielt ich weitere Aufgaben zugeteilt und 
lernte dadurch, effizient und präzise zu arbeiten; bald 
durfte ich schon Mitarbeiter führen. Eigentlich war 
dies klassisches «learning by doing», eine anerkannte 
Methode, die mich mein ganzes Berufsleben erfolg 
reich begleiten sollte. 
Die Materialbuchhaltung blieb meine Hauptaufgabe. 
Die Firma wuchs kontinuierlich und damit auch die 
Buchhaltung. Und mit den neuen Fachkräften kamen 
neue Ideen. So wurde im Oktober 1952 festgestellt, 
dass wir zwar eine gut funktionierende Material-, je 
doch keine Betriebsbuchhaltung hatten, diese aber 
Grundlage für eine solide Kalkulation wäre. Ich durfte 
mich bei einem Experten ausbilden lassen und konnte 
der Geschäftsleitung nach etwa sechs Monaten den 
ersten Betriebsabrechnungsbogen [BAB] präsentieren; 
Freude und Überraschung waren gleichermassen gross.
	        

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