Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2013) (2013)

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Der Ambo ans 
Stein kann sichtbar 
machen, dass das 
Wort Gottes festen 
Halt im Leben gibt. 
Seite 13: Die Fenster 
bringen nicht mir 
Licht in den Raum. 
Sie haben auch die 
Aufgabe, den Raum 
Zit vergeistigen 
und so Licht ins 
Leben der Christen 
Zit bringen. 
Der Ambo. Das Wort. 
Da die Kanzel aus akustischen Gründen 
nicht mehr notwendig ist, hat deren Vor 
läufer, der Ambo, wieder an Bedeutung ge 
wonnen. Unser Ambo aus Stein kann sicht 
bar machen, dass das Wort Gottes festen 
Halt im Leben gibt, dass auf Gott Verlass 
ist. Der Stein ganz links mit der immer auf 
geschlagenen Bibel und der Teppich mit 
dem Jahresfestkreis geben Aufschluss über 
die entsprechende Zeit im Kirchenjahr. 
Die Fenster. Das Licht. 
Die zentrale Idee der Renovation vor dreis- 
sig Jahren war «Licht und Leben». Fenster 
sind Lichtquellen für den Raum. In einer 
Kirche haben sie ausserdem die Aufgabe, 
den Raum zu vergeistigen. Das Wort Gottes 
bringt Licht ins Leben der Christen. Die 
neu geschaffenen Fenster sind so Licht im 
doppelten Sinne. Wie Altar, Ambo, Taber 
nakel und Priestersitze stammen auch die 
Fenster aus der Hand des Schaaner Künst 
lers Martin Frömmelt. Sie sind eine Kombi 
nation malerischer und geometrischer Farb 
elemente, erläutert mit biblischen Worten 
aus der Zeit um 90 bis 100 n. Chr.: 
«IM ANFANG WAR DAS WORT» 
«UND GOTT WAR DAS WORT» 
«IN IHM WAR DAS LEBEN» 
«UND DAS WORT IST FLEISCH 
GEWORDEN». 
Diese vier Aussagen in den östlichen Fens 
tern entstammen dem Prolog des Johan 
nesevangeliums (Job 1,1a; 1c; 4a; 14a). In 
der dritten Weihnachtsmesse und am zwei 
ten Sonntag nach Weihnachten wird je 
weils diese Stelle als Evangelium vorgele 
sen. Job 1,1-18 ist ein Eingangshymnus, 
in seiner Stellung und Funktion mit den 
Kindheitsgeschichten des Lukas- und Mar 
kusevangeliums vergleichbar. 
Das Wort (griechisch: lögos) ist nicht nur 
Sprache, sondern es ist auch Wirken: Was 
gesprochen ist, geschieht. Durch Gottes 
Wort entsteht die Welt. Logos ist das wirk 
same Wort, das Ereignis. Nichts was ist, 
existiert ohne den göttlichen Logos. 
Das Johannesevangelium hat einen medita 
tiven Charakter. Der Autor will nicht missio 
nieren, keine neuen Anhänger gewinnen, 
sondern interne Glaubensvertiefung einer 
christlichen Gemeinschah erreichen. Mir 
scheint, dass dies auch die Absicht des 
Künstlers ist. Dieser Prolog ist eine theologi 
sche Deutung für den Anfang des irdischen 
Lebens Jesu. Er ist wie ein Schlüssel und 
gibt Leseanweisung für die folgenden Texte 
und Aussagen des Evangeliums, damit der 
tiefere Sinn der Geschichte über Jesus er 
schlossen werden kann. Deshalb könnten 
diese vier Fenster den Titel «Wer ist Jesus 
Christus?» tragen. 
Die vier Fenster der Westseite mit den In 
schriften 
«GOTT IST LICHT» 
«WER DEN SOHN HAT, HAT DAS LEBEN» 
«FURCHT IST NICHT IN DER LIEBE» 
«GOTT IST LIEBE» 
beziehen sich auf den ersten Johannesbrief 
und könnten betitelt werden mit «Christli 
ches Leben als Kind Gottes». Die Zitate sind 
zu finden bei 1 Job 1,5b; 5,12a; 4,18; 4,16b. 
Der Verfasser der Johannesbriefe hat im ers 
ten Brief das Wesentliche seiner religiösen 
Erfahrungen zusammengefasst. Es ist ein 
Rundschreiben für die Gemeinden Asiens 
und will Klarheit schaffen in den Wirren der 
ersten Irrlehren. Die enge Verbindung zwi 
schen Kind Gottes sein und einem Leben 
nach dem Liebesgebot wird anhand der zen 
tralen Themen Licht, Gerechtigkeit, Liebe, 
Wahrheit aufgezeigt. Es geht um das Haupt-
	        

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