Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2012) (2012)

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Wandmalerei im 
1. Obergeschoss: 
Priesterseminar 
St. Luzi in Chur, um 
1830. Diese Wand 
malerei wurde bei der 
letzten Renovierung 
entdeckt und freige 
legt. 
nur dem Bestand des Hauses; fachmän 
nisch ausgeführt und richtig gepflegt, wei 
sen diese Werkstoffe auch eine längere 
Lebensdauer auf und altem schöner. Der 
Aufwand besteht dabei heutzutage nicht in 
der Verarbeitung traditioneller Baumate 
rialien selbst, sondern vielmehr im Zusam 
menführen darin motivierter und geübter 
Handwerker und natürlich der Verfügbar 
keit guter Materialien, also vor allem in der 
Planung und Vorbereitung der Arbeiten. 
Was früher allseits selbstverständliches 
Bauwissen war, ist heute oft Sache von Spe 
zialisten und Architekten - so haben wir 
beispielsweise bereits im Vorjahr selbst 
Ausschau nach gutem Holz in ausreichen 
der Menge gehalten, denn richtig geschla 
gen und getrocknet ist nicht jedes und die 
Säger verkaufen hochwertige Posten nicht 
an jedermann. 
Im Zuge der Arbeiten im Mittelkorridor des 
ersten Geschosses sind drei weitere Wand 
malereien zum Vorschein gekommen. Zwei 
waren bereits bekannt und zeigen das Klos 
ter Churwaiden und den Hof zu Chur um 
1800. Eine weitere stellt nun St. Luzi in 
Chur dar mit dem Zug der Priesterschüler, 
wohl auf ihrem Weg in die Sommerfrische 
nach Balzers. Bei den beiden übrigen han 
delt es sich um sogenannte Sopraporten, 
mit einem Ölzweig gefasste Sprüche über 
den Türen der Stube und der Nebenstube, 
welche den Ein- und Ausgehenden Frieden 
und Segen wünschen. 
Fenster und Türen des Pfarrhauses stam 
men vom Umbau von 1975/76. Architekt 
Hans Rheinberger hat diese, da bis auf die 
Innentüren der Stuben keine Originale 
mehr vorhanden waren, damals in freier 
Art barock nachempfunden. Trotz meist de 
fekter Beschläge und anderer Abnutzungs 
erscheinungen waren die Teile selbst von 
guter handwerklicher Qualität. Nicht allein 
aus Kostengründen, auch weil sich diese 
nach einer einheitlichen Idee gestalteten 
Bauteile wie ein roter Faden durch das 
Haus ziehen, stand für uns der heute zum 
Pflichtprogramm gehörende Fensterersatz 
nicht im Vordergrund. Die erarbeitete 
Alternativlösung beinhaltet den Ersatz der 
inneren Gläser durch Isolierglas und neue 
Beschläge und Dichtungen, was annähernd 
so gute Resultate wie gänzlich neue Fenster 
bringt, dies zu wesentlich geringeren Kos 
ten. Es ist kaum zu sehen, dass die von 
Ferdinand Vogt 1975 gefertigten Fenster
	        

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