Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2011) (2011)

Liechtensteiner Volksblatt, 11. August 1911 
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Liechtensteiner Volksblatt, 2. Juni 1911 
Vermisst. Seit dem 22. Juni wird eine 
seit einiger Zeit an Schwermut leidende 
junge Frau aus Balzers vermisst. 
Liechtensteiner Volksblatt, 30. Juni 1911 
Primizfeier in Balzers. (Eingesandt.) 
Letzten Sonntag, den 6. August, feierte 
der Flochwürdige Neupriester Fleinrich 
Vogt in seiner Fleimatgemeinde Balzers 
sein erstes hl. Messopfer und zwar in 
der neuen Fürst-Johannes-Jubiläums- 
kirche. Sechs Jahre waren seit der letz 
ten Primiz. Hochw. P. Amatus Vogt hat 
sie noch, wie seine Vor-Vorgänger, in 
der «Evabündt» gehalten. Der eifrigen 
Tätigkeit des Herrn Baumeisters Hilty 
haben wir es zu verdanken, dass diese 
Feier endlich in der neuen Kirche 
gehalten werden konnte. Noch fehlen 
zwar Türen und Fenster, Altäre, Kanzel 
und die Bestuhlung, und dennoch 
entwickelte sich der Gottesdienst in 
dem weiten und geräumigen Chore aufs 
Herrlichste. Von den ehrwürdigen 
Schwestern in Gutenberg war der Not 
altar mit besonderem Fleisse in ge 
schmackvoller Weise geziert worden. - 
Von grossem Interesse war es, zu erfah 
ren, wie sich die neue Kirche in Bezug 
auf die Ton- und Schallwirkungen aus 
nehmen werde. Es war vorausgesagt 
worden, dass diese Kirche eine gute 
Akustik erhalten werde und das ist in 
vollem Masse eingetroffen, ein Beweis 
dafür, dass auf diesem Gebiete, soweit 
die bautechnischen Verhältnisse in 
Betracht kommen, nicht blinder Zufall 
waltet. - Um halb 9 Uhr wurde der 
H. H. Primiziant bei seinem elterlichen 
Hause abgeholt, wo ihm der geistliche 
Vater, Hochw. Pfarresignat Müller, das 
alte, ehrwürdige Kruzifix überreichte, 
welches schon bei frühem Feierlichkei 
ten dem jeweiligen Primizianten vor 
ausgetragen wurde, und, wie wir hof 
fen, diesem Zwecke auch in Zukunft 
dienen wird. Bei diesem Anlasse sprach 
der geistliche Vater in sichtlicher Ergrif 
fenheit über die Bedeutung des Kreuzes 
im Priesterleben, während Elwina 
Schädler als geistliche Braut ein schö 
nes Gedicht vortrug über das Erstlings 
opfer des jungen Priesters. Von da bis 
zur Kirche waren die Wege mit Men 
schen gefüllt und von den Häusern 
grüssten Flaggen, Blumen und Kränze 
in durchaus geschmackvoller Verzie 
rung. Zwei Triumpfbogen in unmittel 
barer Nähe der Kirche liessen die freu 
digen Festteilnehmer hindurchziehen 
und verkündeten ihnen, dass man ange 
langt sei am Orte, den der Herr sich zur 
Wohnung erwählt. In der Festpredigt 
sprach der Hochw. Herr Landesvikar, 
Kanonikus J. B. Büchel, anknüpfend an 
die Worte des hl. Paulus: «So halte 
uns jedermann für Diener Christi und 
Ausspender der Geheimnisse Gottes» 
(1. Kor. 4,1), über die drei hohem 
Weihen und deren Bedeutung für den 
Priester und das Volk. Der Kirchenchor, 
welcher im vollen Bewusstsein seiner 
Aufgabe die nur für ihn bestimmte 
Empore betreten hatte, sang in jugend 
licher Kraft die Messe von Schiffeis. 
Um 11 Uhr war die kirchliche Feier zu 
Ende. In dem durch seine Reinlichkeit 
und Ordnung bestbekannten Gasthause 
zur «Post» war das Mittagsmahl für 
85 Gäste bereitet. Verschiedene Anspra 
chen und Gedichte, so vom geistl. Vater, 
Stadtpfarrer B. Vogt, Pfarrer Burg 
meier, Pfarrer F. v. Roding, Fräulein 
E. Brunhart usw., erhoben den Geist 
von der materiellen Welt wieder in das 
Gebiet der Ideale. Würdig und schön 
war, was gesprochen wurde, würdig, 
einfach und doch geschmackvoll die 
ganze Dekoration. Es war ein Fest, 
wie man es bei uns obersten der Ober 
länder zu machen pflegt, fern von allen 
Übertreibungen.
	        

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