Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2011) (2011)

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Aquarell von Moriz 
Menzinger, 1867. 
Blick auf den Burg 
hügel von Nordwes 
ten. Links am Fuss 
des Felsens die von 
Jakob Josef Jauch 
erbaute Kapelle. 
Bericht vom 4. Oktober 1895 fest: «... dar 
auf wurde von der ganzen Versammlung 
die liechtensteinische Volkshymne < Oberst 
am deutschen Rheim gesungen.» Dies 
klingt so selbstverständlich, dass daraus auf 
eine allgemeine Bekanntheit der Hymne zu 
schliessen ist. Es konnten bisher jedoch 
keine Informationen gefunden werden, auf 
welchen Wegen sich die Hymne unter der 
Bevölkerung verbreitet hatte. 
Die Kapelle am Nordfuss des Burghügels 
Im Jahr 1854 liess Jakob Josef Jauch gleich 
zeitig mit dem grossen Haus, das als Kna 
benbildungsanstalt geplant war, am nördli 
chen Fuss des Burghügels eine kleine Weg 
kapelle von «9 Fuss Lichtmass Geviert» im 
neugotischen Stil errichten. Sie war zum Teil 
in den Burgfelsen gebaut. Die Kosten für den 
Bau trug das fürstliche Aerar. Diese Kapelle 
ist auf einem Landschahsaquarell mit der 
Ruine Gutenberg und dem neu erstellten 
Haus Gutenberg von Moriz Menzinger aus 
dem Jahr 1867 gut sichtbar. Auch eine Foto 
grafie aus der Zeit um 1870 zeigt die Kapelle. 
Offenbar lag diese Kapelle dem Erbauer 
sehr am Herzen, denn in einem Brief aus 
Palermo vom 18. Juli 1857 an Zimmermeis 
ter Anton Kaufmann erkundigt er sich Post 
skriptum: «Ist die Capelle, das Gärtchen und 
die Anlage am Hügel noch gut erhalten?» 
Diese Nachfrage war berechtigt, denn nach 
seinem Weggang aus Balzers liess man die 
Kapelle völlig verfallen. Dies ist ein weiterer 
trauriger Hinweis dafür, wie gestört in der 
Bevölkerung die Erinnerung an den Geist 
lichen war. In einem Schreiben des Landes 
verwesers an die Fürstliche Hofkanzlei in 
Wien vom 16. Mai 1876 wird der Vorschlag 
gemacht, die Kapelle wegen Baufälligkeit 
abzubrechen. Um die Kosten für die Reno 
vation und den weiteren Unterhalt zu spa 
ren, war die Hofkanzlei mit dem Abbruch 
einverstanden. Dieser wurde noch im glei 
chen Jahr vorgenommen und das verwend 
bare Baumaterial veräussert. Die innere 
Einrichtung, bestehend aus einem Bet 
stuhl, zwei Leuchtern aus Messing, zwei 
Heiligenbildern und einem Kruzifix, wurde 
den Balzner Schulschwestern zur zeitweili 
gen Benutzung in ihrer Hauskapelle zur 
Verfügung gestellt. 
Vergrösserter Aus 
schnitt aus dem 
Aquarell von Moriz 
Menzinger.
	        

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