Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2010) (2010)

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Auenwäldern, wo infolge extremer Trocken 
heit als einzige Baumart oft nur noch die 
Waldföhre wächst. Aufgrund der fehlenden 
Überschwemmungsdynamik kann sich eine 
Humusschicht entwickeln, die mit der Zeit 
auch Laubbäume zulässt. Diese verdrängen 
später die wenig konkurrenzstarke Föhre, der 
Standort wird dunkler und degradiert all 
mählich zu einer Buchenwaldgesellschaft 
(Weiss-Seggen-Buchenwald). Der relativ 
hohe Feinanteil im Oberboden begünstigt zu 
dem in der Krautschicht die Entwicklung von 
Wechseltrockenheitszeigern, wie beispiels 
weise dem Pfeifengras (Molinia caerulea). 
Die Produktivität dieses Waldstandortes ist 
sehr mässig. Das bedeutet, dass er sich 
nicht für die Holzproduktion eignet. Lichte 
Föhrenwaldungen sind jedoch von hohem 
naturkundlichem und kulturhistorischem 
Wert. Darum soll mit gezielten Massnah 
men auf deren Erhalt hingearbeitet werden. 
Zwei völlig unterschiedliche Teilflächen 
Die Sonderwaldfläche Fora-Entamoos um 
fasst lediglich 2,44 ha und gliedert sich in 
zwei Teilflächen. Die erste Teilfläche mit 
einer Grösse von 1,72 ha liegt westlich der 
Landstrasse Balzers-Triesen im Gebiet 
Fora und weist mit der Streuewiese unter 
einem lichten Föhrenwald ein völlig ande 
res Waldbild auf als die wesentlich kleinere 
Teilfläche Entamoos, welche sich mit einer 
starken Verbuschung in der Unterschicht 
präsentiert. 
Dieser Umstand ist auf deren unterschiedli 
che Bewirtschaftung in den letzten Jahren 
zurückzuführen. Während im Gebiet Fora 
eine jährliche Streuemahd erfolgte, wurde 
im Entamoos die Bestockung grossflächig 
sich selbst überlassen. Als Folge davon ha 
ben sich dort immer mehr junge Laub 
bäume etabliert, sodass sich dieser Waldteil 
kontinuierlich von seinem ursprünglichen 
Erscheinungsbild entfernt hat, was sowohl 
aus landschaftlicher Sicht als auch aus 
Naturschutzgründen nicht erwünscht ist. 
der Brusthöhendurchmesser (BHD) ermit 
telt. Wenn man die Kluppierungsergebnisse 
auf eine Stammzahlkurve (siehe Seite 48) 
überträgt, fällt bei einem Vergleich der bei 
den Teilflächen auf, dass die Waldföhre 
zwar die mit Abstand häufigste Baumart 
ist, diese sich aber kaum verjüngt. Aller 
dings ist nicht zu übersehen, dass das Enta 
moos im grossen Stil von der Esche unter 
wandert wird. Dies hat zur Folge, dass sich 
dort innerhalb weniger Jahrzehnte das 
Waldbild auf Kosten der Föhre massiv ver 
ändern wird, wenn man nicht aktiv dage 
gen vorgeht. 
Oben: Teilfläche Fora - 
lichter Föhrenwald 
mit Streuewiese. 
Unten: Teilfläche 
Entamoos - starke 
Verbuschung in der 
Unterschicht. 
Um eine Vorstellung von der Alters- und 
Baumartenverteilung dieser zwei Wäldchen 
zu bekommen, wurde eine Vollkluppierung 
durchgeführt. Das heisst, bei jedem Baum, 
der eine bestimmte Dicke aufwies, wurde 
eine Artbestimmung vorgenommen und 
Weil das Gebiet Fora mehr als doppelt so 
gross ist wie das Entamoos, macht ein Ver 
gleich der wichtigsten forstlichen Kenn 
daten nur Sinn, wenn die ermittelten Daten 
jeweils auf dieselbe Flächengrösse Bezug 
nehmen.
	        

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