Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2010) (2010)

42 
Naturschutz im Wald 
Sonderwaldfläche Fora-Entamoos 
Norman Nigsch 
Lange Zeit stand ein 
zig die Nntzfnnktion 
des Waldes im Zent 
rum des Interesses. 
Seit Tausenden von Jahren wirkt der 
Mensch im Wald und hinterlässt dort mehr 
oder weniger deutliche Spuren. Dieser Ein 
fluss ist oft noch viele Jahrzehnte später 
erkenn- oder zumindest nachweisbar. So 
auch im Liechtensteiner Wald. Es ist noch 
nicht allzu lange her, dass fast ausschliess 
lich Holz zum Bau von Häusern (Balken, 
Bretter, Schindeln) und Brennholz zum Ko 
chen und Heizen verwendet wurde. Grosse 
Holzmengen verschlang in unserer Region 
auch der Erzabbau am Gonzen oder der 
Bau der Schupfwuhre am Rhein. Da nur 
wenig Weideland vorhanden war und es 
kaum Dünger gab, wurde der Wald von Zie 
gen, Schafen und Schweinen sowie verein 
zelt auch von Hornvieh und Pferden bewei- 
det. Zweige wurden als Viehfutter geschnit 
ten, Laub als Stallstreu und zum Füllen der 
Matratzen gesammelt. Somit stand die 
direkte Nutzfunktion des Waldes über grosse 
Zeiträume hinweg allein im Zentrum des 
gesellschaftlichen Interesses. 
Weitgehend unbeachtet blieb bis zu Beginn 
des 19. Jahrhunderts die indirekt wirkende 
Schutzfunktion des Waldes gegen Natur 
gefahren. Erst als die Klagen über die stetige 
Zunahme von Rüfen, Lawinen, Hangrut 
schungen und Überschwemmungen immer 
lauter wurden, stieg in der Bevölkerung das 
Bewusstsein, dass der Wald auch grosse 
Schutzleistungen erbringt. Die Bedeutung 
des Waldes als Ort für die Freizeitnutzung 
und Erholung sowie als wichtiger Lebens 
raum für Pflanzen und Tiere wurde, und 
zwar nicht nur bei uns, erst vor wenigen 
Jahrzehnten erkannt.
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.