Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2008) (2008)

53 
Genealogie - die Suche nach den Ahnen 
David Eberle 
Was versteht man unter Genealogie? 
Genealogie (von griechisch genea «Abstam 
mung» und logos «Kunde, Lehre»; früher 
im Deutschen oft auch Sippenforschung 
genannt) ist im weiteren Sinn der gene 
tische Zusammenhang einer Gruppe von 
Lebewesen, im engeren Sinn die Familien- 
geschichtsforschung - volkstümlich Ahnen 
forschung -, die als historische Hilfswissen 
schah dient. Die Genealogie befasst sich 
mit der Abstammung eines Lebewesens von 
anderen. Personen, die sich mit der auf 
Menschen bezogenen Genealogie beschäfti 
gen, bezeichnet man als Genealogen, Fami- 
lien- oder auch Ahnenforscher. In der Tier 
zucht ist die Genealogie die Voraussetzung 
für eine Abstammungsbewertung. 
Im übertragenen Sinn versteht man unter 
Genealogie eine Methode, die sich auf ver 
schiedenste Gegebenheiten der Gegenwart 
(z. B. Moral, Psychiatrie, sexuelle Orientie 
rung) konzentriert und deren historische 
Genese erforscht und analysiert. Die Genea 
logie wird dabei als interdisziplinäre Wis 
senschaft von allgemeiner Geschichte, 
Demografie, Ethnologie, Erbbiologie, Me 
dizin, Rechtswissenschaft, Sozialpsycho 
logie und Soziologie verstanden. 
Mit welchen Aufgaben wird der 
Genealoge konfrontiert? 
Von einer bestimmten Person als Proban 
den ausgehend, erforscht man in der Genea 
logie die Abstammung in aufsteigender Li 
nie und damit die Vorfahren und Ahnen 
(daher die volkstümliche Bezeichnung «Ah 
nenforschung») dieser Person oder - in ab 
steigender Linie - deren Nachkommen. 
Personen, die genealogisch miteinander 
verknüpft sind, gehören zu einer Verwandt 
schah. Sobald die Beschreibung der Zu 
sammenhänge jedoch über die biologi 
schen Tatsachen hinausgeht, spricht man 
von Lamiliengeschichtsforschung. 
Für die Erfassung der meist sehr umfangrei 
chen Daten sowie für die Darstellung der For 
schungsergebnisse gibt es heute sehr gute 
Computerprogramme, welche die Arbeit er 
heblich erleichtern. Der enorme Zeitaufwand 
ist aber trotzdem nicht zu unterschätzen. 
Ein selbständiges Wissensgebiet für Fami- 
liengeschichtsforscher ist die Namensfor 
schung, welche die Herkunft, Verbreitung 
und vor allem Bedeutung von Familienna- 
men untersucht. Jeder Lamilienname hatte 
eine Bedeutung. Nur wenn man den Na 
men zurückverfolgt, lässt sich die ur 
sprüngliche Bedeutung finden. Oh hat das 
Wort, das den Lamiliennamen begründete, 
die Zeit nicht überdauert oder es hat sich so 
stark gewandelt, dass die heutige Bedeu 
tung mit der des Ausgangswortes nur noch 
wenig gemein hat. 
Was bekommt man als Ergebnis? 
Die Lorschungsergebnisse werden in genea 
logischen Tafeln festgehalten, die sowohl 
mit aufsteigenden (Aszendenz, Vorfahren) 
als auch absteigenden (Deszendenz, Nach 
fahren) Inhalten auftreten. Lür die Darstel 
lung steht entweder die Listen- oder Tabel 
lenform zur Verfügung. Am Schluss folgt 
dann, je nach technischer Ausstattung oder 
künstlerischer Begabung, noch die grafi 
sche Gestaltung. 
In Nachschlagewerken ist der Familienname 
Sortierkriterium und somit die Stammtafel 
beziehungsweise Stammliste die natürliche 
Darstellungsform. Das Gleiche gilt für die 
Familiengeschichte. In Monografien, die 
eine bestimmte Person und deren Nach 
kommen behandeln, herrschen Nachkom 
menstafeln und Nachkommenslisten vor.
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.