Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2008) (2008)

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Nach seinem Rück 
tritt als Dirigent ge- 
niesst es Josef Gstach, 
mehr Zeit für seine 
Familie und seine 
Hobbys zu haben. 
Heute sei in den Chören ein grosser 
Generationenbruch festzustellen. Alle 
Frauen- und Männerchöre hätten mit Mit 
gliederrückgängen zu kämpfen - mehr als 
gemischte Chöre. 
«Eine Chance wäre jetzt schon da, mit zwei 
Chören, die beide einen Neubeginn mit 
einem neuen Dirigenten vor sich haben.» 
Nach einem Zusammenschluss von Män 
nergesangverein und Singkreis - wie lose 
auch immer - könnte man die Probenarbeit 
auf eine Basis stellen, die zeitgemässer und 
auch für junge Mitglieder ansprechender 
wäre, indem beispielsweise jährlich zwei 
bis drei kirchliche oder weltliche Projekte 
gemeinsam durchgefühlt würden. Die pro 
benfreie Zeit könnte verlängert werden. 
Jeder hätte genügend Freizeit und Freiheit, 
um dann wieder mit vollem Elan dabei zu 
sein, wenn auf das nächste Ziel hingearbei 
tet wird. «Ich bin sehr gespannt und sehe 
gar nicht pessimistisch in die Zukunft.» Er 
könne nur hoffen. Und wäre er dreissig Jahre 
jünger, würde ihn diese Aufgabe reizen. 
Josef Gstach geniesst es jetzt, mehr daheim 
zu sein, und ist froh, hin und wieder seine 
Ruhe zu haben. «Was ich früher mit dem 
kleinen Finger gemacht habe, braucht heute 
mehr Energie.» Im Alltag stehen nun seine 
drei Pferde an erster Stelle. Das Reiten 
habe er zwar aufgegeben, aber die Arbeit 
mit den Tieren nehme jeden Tag drei bis 
vier Stunden Zeit in Anspruch: pflegen, füt 
tern, führen, longieren, Boxen putzen. Und 
an den Wochenenden begleite er seine 
Tochter als «Betreuer» an die Turniere. Das 
mache ihm ungeheueren Spass, ebenso wie 
andere Tätigkeiten, für die er früher keine 
Zeit gehabt habe, sei es Obst «aha läsa», 
Hausmann spielen oder kochen. Langweilig 
sei ihm noch nie gewesen. Und natürlich 
Musik zu hören, statt sie selber zu machen 
- Renaissance und Barock, aber auch 
Klassik und Romantik. Selbstverständlich 
musiziert er nach wie vor, aber nicht mehr 
so regelmässig wie früher, als er jeden Tag 
zwei, drei Stunden gespielt hat. Ganz be 
sonders schätzt er die frei gewordenen 
Abende, die er gerne mit seiner Frau und 
seiner Tochter verbringt.
	        

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