Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2008) (2008)

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Maria Schaedler-Gstöhl 
«Äs kunnt scho weder guat.» 
Interview mit Maria Schaedler-Gstöhl 
vom 4. September 2007 
Maria Schaedler-Gstöhl, s Schaedler Marile, 
wurde am 11. Februar 1908 als zweitjüngs 
tes von sechs Kindern des Serafin und der 
Klara Gstöhl-Frick in Balzers geboren. 1933 
vermählte sich Maria mit Anton Schaedler 
von der Balzner Mühle. Ihrem Ehebund 
entsprangen vier Kinder, ein Sohn und drei 
Töchter. Für deren Familien mit den insge 
samt neun Enkeln, sechzehn Urenkeln und 
einem Ururenkel ist die Mama und Oma ein 
grossartiger, friedliebender Mittelpunkt und 
eine schier unerschöpfliche Quelle der Güte 
und positiven Ausstrahlung. Die reiche 
Lebenserfahrung, gepaart mit ihrer ureige 
nen liebenswürdigen Art, Hessen Maria sehr 
feinfühlig und weise werden; sie nimmt das 
Leben an, wie es kommt, und liebt Harmo 
nie und Frieden. 
Wie geht es dir? 
Mir geht es blendend, mier gfallts doo. Im 
Altersheim Schlossgarten hanes no noch 
schöö. Es ist sauber und es passt. Keine 
Klage. 
Wie verbringst du die Tage? 
Mier goot d’Zit umme wia verrockt. Ich frage 
mich oft, wie es menschenmöglich ist, dass 
schon wieder Abend ist. Ich beschäftige 
mich gerne und mache vieles noch selb 
ständig. Innerhalb des Hauses bewege ich 
mich alleine mit meinem Stock. Ich häkle 
viel; besonders gerne verziere ich Kleider 
bügel mit Häkelbezug. Hie und da ein Be 
such, ned allawiila, gerade wies ausgeht, 
freut mich. Nach dem Mittag well das fuul 
Wiib schloofa. Fernsehen wird höchstens 
am Abend geschaut, am ehesten Nachrich 
ten und ab und zu Volksmusik. Mein Tag ist 
ausgefüllt. 
Was wünschst du dir zum Geburtstag? 
Mein Gott, was solle? Wunschlos bin ich 
und am liebsten hier. 
100 Jahre sind eine lange Zeit. Was ist 
deine erste Erinnerung? Welche Erlebnisse 
haben sich dir besonders eingeprägt? 
Die älteste Geschichte hat mir mein Mann 
erzählt. Sie passierte vor fast 100 Jahren 
med mira Kamaräte Reginele Gstöhl, die im 
August 100-jährig wird: SReginele, eine 
Cousine meines Mannes, war als Kind oft 
in der Mühle bei ihrer Tante Merätle. Eines 
Tages musste es ufs Häfele. Die Buben 
- auch mein Mann war dabei - sagten: 
Gang döt dore in Boscha. Und es gehorchte; 
aber där Boscha war ein Busch Brenn 
nesseln. Es verbrannte sich das Hinterteil 
und schrie jämmerlich, und die Buben
	        

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