Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2006) (2006)

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Flugblatt gegen den 
FB P- Ka n didaten 
Georg Vogt, April 
/926. 
Beide Parteien ver 
suchten, mit Spreng- 
listen und dem In- 
Umlauf-Setzen des 
Gerüchts, Kandidat 
«X» nehme eine all 
fällige Wahl nicht an, 
der gegnerischen Par 
tei zu schaden. 1932 
warnte das «Volks- 
hlatt»: «Achtung! Die 
Volkspartei gibt, um 
die Mehrheit zu be 
kommen und unsere 
Ges i n n u ngsfreu nde 
zu spalten, sogenann 
te Sprenglisten her 
aus, d. h. sie stellt ne 
ben dem einzigen 
offiziellen Kandidaten 
der Bürgerpartei noch 
einen andern bürger 
parteilichen Kandida 
ten auf. Jede Stimme, 
die für einen solchen 
Sprengkandidaten 
abgegeben wird, ist 
für uns verloren und 
kommt nur dem Geg 
ner zugute.» 
(LV, 5.3.1932). 
der gegnerischen Partei oder auch öffentli 
cher Veranstaltungen - war wichtig, weil 
man dem Konkurrenten in den jeweils nach 
den Vorträgen stattfindenden Diskussionen 
beweisen konnte, dass die eigenen Argu 
mente die besseren waren. Am Sonntag, 
den 28. März 1926, übernahm die Volks 
partei kurzerhand eine von der FBP organi 
sierte öffentliche Versammlung in Balzers: 
«Schliesslich kam es soweit, dass der Vor 
sitzende die Versammlung schloss und 
die Bürgerparteianhänger davongingen. 
Andr.feas] Vogt übernahm hierauf den 
Vorsitz für die weitere Versammlung.» (LN, 
31.3.1926). «Ein neuer Schlag für die 
Bürgerpartei, dass eine ihrer Versammlun 
gen von der Volkspartei beendigt wurde!», 
triumphierten daraufhin die «Liechtenstei 
ner Nachrichten» (LN, 1.4.1926). Bei einer 
anderen Wahlversammlung, dieses Mal in 
der Unterländer Gemeinde Ruggell, rekla 
mierte das «Volksblatt» den Sieg für seine 
Partei. So mancher VP-Kandidat habe 
«eine kalte, aber wohlverdiente Dusche» 
erhalten (LV, 1.4.1926). 
Bei einem Blick in den Rückspiegel zeigen 
sich häufig neue, oft aber auch vertraute 
Ansichten, denn manche Dinge ändern sich 
bekanntlich nie. So könnte das folgende 
«politische Zwiegespräch» aus dem Jahr 
1926 sehr wohl auch erst 2005 geführt wor 
den sein: «Du Hans! Komm, wir machen 
Feierabend, wir müssen uns Kräfte auf die 
Woche vor der Wahl sparen, damit wir 
das Flugblätter- und Zeitungslesen nebst 
den andern täglichen Arbeiten aushalten 
mögen.» (LV, 1.4.1926).
	        

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