Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2006) (2006)

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Links: 
Burgwart Willi Büchel 
mit einem Falken. 
Rechts: 
Markus Burgmeier 
referiert über die 
Herren von Frauen 
berg und den «Codex 
Manesse». 
freundlicher Witterung die Möglichkeit, die 
Burg Gutenberg zu besichtigen. Der Idee 
des Europäischen Denkmaltags folgend, 
wurden auf der ansonsten nicht zugängli 
chen Burg mehrere Höfe und Innenräume 
für einen Tag geöffnet. 
Jung und Alt liess sich für einige Stunden 
auf dem seit über siebentausend Jahren von 
menschlicher Aktivität geprägten Burghü 
gel in eine mittelalterliche Welt mit Musik, 
fleissigen Handwerkern und emsigem 
Markttreiben entführen. Es wurde «Ge 
schichte zum Anfassen» geboten. In kom 
petenten Führungen berichteten Fachleute 
an konkreten Beispielen über ihre Auf 
gaben und Tätigkeiten. Archäologen, Denk 
malpfleger, Restauratoren und Handwerker 
demonstrierten ihre Arbeitsweisen und 
lenkten den Blick auf Details, die dem un- 
geschulten Auge oft verborgen bleiben. 
Von einem Bauhistoriker wurde die Ge 
schichte der Burg Gutenberg erzählt. An 
einem grossen Modell studierten die Kinder 
die wichtigsten Bauteile einer feudalen 
Burganlage. Sie durften sich dabei selbst 
als Burgenbaumeister versuchen. Zudem 
übten sie sich - hoch zu Ross - als Ritter 
auf dem hölzernen Turnierpferd oder er 
probten das Gewicht einer Ritterrüstung 
am eigenen Leib und erfuhren dabei, wie 
wenig man durch den Sehschlitz des Topf 
helms noch sieht. Mit Modeln stachen Kin 
der aus Marzipan originalgetreue Nachah 
mungen von Ofenkacheln, und beim Nu 
mismatiker lernten sie, mittelalterliche Mün 
zen zu schlagen. Beim Falkner waren die 
atemberaubenden Greifvögel aus nächster 
Nähe zu beobachten. Er führte in die hohe 
Kunst der höfischen Tradition ein und 
demonstrierte die erstaunlichen Fähigkei 
ten der einmaligen Jäger. Der Papyrer zeig 
te, wie Papier geschöpft wird, und unter 
Anleitung der Töpferin konnten die Gäste 
auf der Stupfscheibe selbst eine Becherka 
chel aus Ton drehen. Nach fachkundiger 
Instruktion durften Wagemutige mit Pfeil 
und Bogen oder mit der Armbrust ihre 
Treffsicherheit unter Beweis stellen. Ein 
Herold, Schwertkämpfer, Steinmetzen, ein 
Korbflechter, ein Ziegler, ein Schmied, eine 
Textilfärberin, Spielleute und Bettler Hes 
sen die Gäste für einige Augenblicke die Ge 
genwart vergessen. Aber auch kulinarische 
Köstlichkeiten warteten auf die hungrigen 
Besucherinnen und Besucher. An einer mit 
telalterlichen Kochstelle wurde ein überra 
schend wohlschmeckender Gemüseeintopf 
zubereitet. Für jene, die bodenständige 
Kost vorzogen, standen Spanferkelbraten, 
Trockenfleisch, Würste und Alpkäse auf der 
abwechslungsreichen Menükarte. Gegen 
den Durst wurden frisches Wasser, Balzner 
Wein, Glühwein, mittelalterliches Bier und 
Met kredenzt.
	        

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