Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2005) (2005)

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Kaverne mit Schiess- Zwischen 1960 und 1980 sind sechs Hütten 
scharten oberhalb verfallen oder abgebrochen worden. In einem 
vom Mozatobel «Inventar» von 1981 werden vier Hütten «in 
gutem Zustand» und sechs in «renovations 
bedürftigem Zustand» aufgeführt. 
Auf Betreiben des Schweizerischen Militär- 
departementes wurde 1949 die Landesgren 
ze zwischen dem Ellhorn und dem Würzner- 
horn neu geregelt. Die Schweiz erhielt strate 
gisch wichtige Punkte. Die Landesgrenze 
zieht sich nun nordöstlich des Ellhorns ent 
lang und quert die Ellwiesen. Am Freiaberg 
verläuft sie mehrere hundert Meter nördlich 
vom Grenzstein der Gemeindegrenze. 
In früheren Jahren kam der Fläscher Kassier 
nach Balzers und zog bei den «Ellbauern» 
eine Bodensteuer ein. Vermutlich waren die 
Umtriebe und Spesen aber höher als die ein 
genommenen Beträge. Zuletzt war es dann 
noch Franz Wille (s Badestles Franz), der 
die «Fläscher Steuer» einhob. 
Erinnerung an die Heuarbeit 
Die Heuarbeit im Elltal 1 war in unserer Ju 
gend die «Ferienzeit» schlechthin. Obwohl 
wir dort oben nur zwei mittelgrosse Grund 
stücke besassen, dauerte die «Heuerei» meist 
mehr als zwei Wochen. Alles musste mit der 
Sense gemäht werden. 
Es versteht sich wohl von selbst, dass wir 
Buben nicht die besten Mäher waren. Aber 
auch unser Vater hatte Mühe mit dem bors 
tigen Gras auf dem runden Bühel zuhinterst 
im Elltal. Mäusehaufen und kleine Steine 
setzten der Schnittschärfe der Sense immer 
wieder zu. Mit dem «Wetzen» taten wir uns 
ebenfalls sehr schwer. Kurz gesagt: Man 
konnte uns nur für das «Worben» und «Keh 
ren» oder für das «Rechen» gebrauchen. 
1 Siehe dazu auch Felix 
Vogt: Elltal - Erinne 
rungen an die Heu 
arbeit. In: Bergheimat 
1994, S. 7-14. 
Landes- und Gemeindegrenze 
Eine spezielle Situation herrscht in Bezug 
auf die Grenzverhältnisse am Fläscherberg 
vor. Die Gemeinde Balzers besitzt neben der 
Alp Lida noch sehr viel Wald auf Schweizer 
Staatsgebiet. Ebenso liegt mehr als die Hälfte 
der Ellwiesen auf Fläscher Gemeindegebiet. 
Wer am Fläscherberg unterwegs ist, sieht 
viele Bunker und militärische Einrichtungen. 
In den Felsen oberhalb vom Mozatobel be 
findet sich noch eine grosse Kaverne mit 
Schiessscharten. Der offene Zugang gibt einen 
interessanten Einblick in die Bewachungs 
funktion während der Kriegsjahre. 
Die verbleibende Freizeit nutzten wir für 
kleinere und grössere Entdeckungen in un 
mittelbarer Nähe der Wiesen. Die prächtig 
blühende Hauswurz an den Felsen über 
dem Rhein versetzte uns in Staunen, ebenso 
der feine Schrattenkalk. Wir erschraken nicht 
mehr wegen Blindschleichen und Kröten. 
Es gab auch ein paar Quellen, aus denen wir 
tranken. Die Frauen rieten zwar davon ab: 
Es gebe im Wasser vielleicht kleine Tierchen, 
die man aus Versehen verschlucken könnte. 
Gut eingerichtet und «reich» waren jene 
Bauern, die ein «Ställele» - einen Heuschup 
pen - besassen. Sie konnten das Heu auf 
grosse Buchenäste laden und dann bis zum
	        

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