Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2004) (2004)

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Abb. 6: Die ersten beiden Strophen des 
Tagelieds in vergrösserter Ansicht 
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bann und Donat, nach einem Spruch 
eines Schiedsgerichts mit dem «herre 
Hainrich von frowenberc» als einen 
der Schiedsrichter (LUB 1/1, S. 134f.). 
Am 5. April 1288 ist Heinrich von 
Frauenberg Zeuge gemäss einer Ur 
kunde des Freiherrn Heinrich II. von 
Rhäzüns: «dominus ... de Frowen- 
berch» (vgl. Jecklin, S. 139; Muraro, 
S. 80). Am 5. August desselben Jahres 
schliesst er zusammen mit Bischof 
Friedrich I. von Chur und Abt Simon 
von Disentis ein Bündnis mit fünf 
Walliser Adligen (LUB 1/1, S. 145f.). 
«Henrico de Frowenberg» ist am 8. Ok 
tober 1293 in Vicosoprano (Bergell/ 
GR) bei der Beschwörung eines 
Bündnisses zwischen Bischof Bert- 
hold II. von Chur und Matteo Visconti 
von Mailand anwesend (LUB 1/1, 
S. 148f.) und bezeugt in Maienfeld am 
21. Dezember 1295 einen Teilungsver 
trag über Eigenleute zwischen dem 
Hochstift und den Freiherren von Vaz 
(LUB El, S. 151). Das bischöfliche Ein 
künfteverzeichnis vom Ende des 
13. Jahrhunderts erwähnt ihn als ei 
nen, der mit Rechten an den Kirchen 
zu Luven und Castrisch ausgestattet 
ist (vgl. Jecklin, S. 141; Muraro, S. 81). 
Im selben Zeitraum stiftet er für seinen 
Bruder Wilhelm, Kanoniker zu Chur, 
eine Jahrzeit zum Altar des hl. Konrad 
(vgl. Jecklin, S. 141; Muraro, S. 81). 
Im Lager Heppenheim (zwischen Hei 
delberg und Darmstadl) verpfändet 
am 30. Juni 1298 König Adolf von 
Nassau dem Grafen Wilhelm von 
Montfort, Abt zu St. Gallen, der unter 
anderem für die königlichen Dienste 
Heinrichs von Frauenberg 150 Mark 
Silber ausgelegt hatte, für eine Ge 
samtschuld von 300 Mark Silber das 
alte Vogtgericht und Vogtrecht über 
Kloster und Stadl St. Gallen, über die 
Städte Wangen und Altstätten und 
über alle Leute und Güter des Klos 
ters, samt allen dazugehörigen Ein 
künften (LUB 1/2, S. 113). Zwei Tage 
später kommt es in Gelnhausen zur 
Entscheidungsschlacht, in der König 
Adolf von Nassau und König Albrecht 
von Habsburg um die Kaiserkrone 
ringen, eine Schlacht, die schliesslich 
für König Adolf tödlich ausgeht. Hein 
rich von Frauenberg ist Bannerträger 
des Montforters auf dem St. Gal- 
ler Abtsitz (vgl. dazu Jecklin, S. 130; 
LUB 1/2, S. 117L). 
Heinrich von Frauenberg besiegelt 
am 15. September 1300 eine Urkunde 
Hartmanns, dem Meier von Windegg 
(vgl. Jecklin, S. 141, Muraro, S. 81), 
wobei sich das dreieckige Siegel bis 
heute fast unversehrt erhalten hat (vgl. 
Abb. 5, rechtes Siegel; Masse: 50 x 
45 mm; * S.H...RICI.DE..OENBERG). 
Original im Stiftsarchiv Pfäfers (St. Gal 
len). Im selben Jahr, am 11. Novem 
ber, tritt der «nobilis de frowenberg» 
als einer der Zeugen bei einem Le 
hensvertrag zwischen Propst Berthold 
von St. Luzi zu Chur und den beiden 
Wallisern Walter Rüttiner und Johann 
Aier um die Güter in Silvaplana (zwi 
schen Balzers und Friesen) und in 
Pradella auf (LUB 1/1, S. 166ff.; vgl. 
auch FLNB 1/1, S. 224f. s.v. Selvapla- 
na; FLNB 1/1, S. 457f. s.v. Padrella). 
1303 erscheint sein Name zweimal, 
ebenfalls als Zeuge, in Geschäften des 
Churer Hochstifts (LUB El, 172L). 
Zum letzten Mal wird «Henricus de 
frauwenberch» am 26. Januar 1305 
erwähnt, als er mit dem Kloster Chur- 
walden das Patronatsrecht der Kirche 
Felsberg gegen die zur Pfarrkirche er 
hobene Kapelle von Balzers tauscht 
(LUB El, S. 175L). Dieser Tausch 
wird von Bischof Sifrid von Chur be 
stätigt und zehn Jahre später auch 
von Dompropst Rudolf von Montfort 
(LUB El, S. 183). 
Heinrich von Frauenberg wird 1314 
als verstorben gemeldet, wobei von 
«Kinden» desselben die Rede ist 
(LUB 1/1, S. 1801.). Mit grösster Wahr 
scheinlichkeit sind damit Margarethe 
von Klingen und Katharina von Sax 
gemeint. Er dürfte demnach irgend 
wann zwischen 1305 und 1314 gestor 
ben sein. 
Die Urkunden vom 11. November 
1300, 26. Januar 1305 und 16. August 
1314 zeigen, dass Heinrich II. von 
Frauenberg auch Rechte und Güter in
	        

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