Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2003) (2003)

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kanäle, Brücken, Strassenbauten, Stras- 
senteerungen, Rüfeverbauungen, Was 
serleitungen, Kapellen, Postgebäude 
und Schulhäuser. ... Die Fülle der öf 
fentlichen Anstrengungen, welche hier 
zu überblicken sind, konnte die Krise 
mildern, nicht überwinden.» 
Dass die Anstrengungen nicht aus 
reichten, bestätigt auch Wilhelm 
Bürzle: «Es gab keine Arbeit. Das wa 
ren die schlimmsten Jahre, die 
[19]30er Jahre. Ich kam [19]34 aus 
der Schule raus. Die hatten keine Ar 
beit. Denk, Kolonnen auf And hinauf, 
um Beeren zu sammeln beim schöns 
ten Wetter, oder Fussball spielen.» 
Wie viele seiner Altersgenossen ver 
brachte auch Wilhelm Bürzle vier 
Sommer als Hirt auf den Balzner Al 
pen, weil er keinen Arbeitsplatz fand. 
Erst gegen Ende der 1930er Jahre ver 
besserte sich die Lage. Ab 1938 nahm 
die Zahl der Personen, welche Arbeit 
in der Schweiz fanden, wieder zu. 
Dazu kam ab 1936 auch vermehrt die 
Saisonarbeit im Deutschen Reich, wo 
aufgrund der auf die Kriegsvorberei 
tung zielenden «Mobilisierung aller 
[Wirtschafts-]Kräfte» bereits 1936 wie 
der Vollbeschäftigung herrschte. Wäh 
rend des Zweiten Weltkrieges, als auf 
beiden Seiten der Grenze ein Grossteil 
der Männer, die im Arbeitsleben ge 
standen hatten, in die Armee mussten, 
waren liechtensteinische Arbeitskräfte 
natürlich besonders gefragt. 6 
Nach dem Krieg veränderte sich die 
wirtschaftliche Lage in Liechtenstein 
und auch in Balzers langsam. Das 
Land wurde mehr und mehr indust 
rialisiert, und damit wuchs die Zahl 
der Arbeitsplätze. 1946 wurde bei 
spielsweise die Gerätebau-Anstalt, die 
nachmalige Balzers AG und heutige 
Unaxis, gegründet. Nach und nach be 
kamen die Saisonniers hier Arbeit 
und mussten nicht mehr ins Ausland 
gehen. Aber auch in den 1950er Jah 
ren fanden sich in Liechtenstein noch 
nicht genügend Arbeitsplätze, wie 
Emanuel Vogt schreibt: «1952 gab es 
Weihnachtsfeier bei Josef Brunhart 
in Köln. Vl.n.r: Josef Brunhart, 
Karl Frick und Andreas Brunhart
	        

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