Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2002) (2002)

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Wasserleitung in Balzers. Vor kurzem fand in Balzers unter Leitung des 
Herrn Regierungschefs und unter Beiziehung des Herrn fürstl. Landes 
technikers, sowie des Herrn Dr. A. Schädler als Sanitätsorgan die kom 
missioneile Lokalerhebung betreffend Herstellung einer durch die Ort 
schaft Mäls bestimmten Wasserleitung und Ergänzung der für Balzers 
bereits bestehenden derartigen Anlage statt. Nachdem von dem 
Civilingenieur, Herr Kürsteiner von St. Gallen, einem bekannten Fach 
manne für Wasserleitungsinstallationen, verfassten und bei der Ver 
handlung mündlich erläuterten Projekte werden die beim sogenannten 
Wiesle ob Iradug vorhandenen ziemlich ergiebigen Quellen gefasst und 
einem Reservoir zugeleitet, von welchem aus die Speisung der Leitung 
erfolgt. Das praktisch durchdachte Projekt sieht gleichzeitig die Her 
stellung einer genügenden Anzahl von Hydranten in der Ortschaft 
Mäls, den Anschluss der neuen Wasserleitung an die bestehende Was 
serleitung für Balzers, die Vermehrung der dortselbst bestehenden Hyd 
ranten, endlich Vorrichtungen zur Durchspülung der Kanäle in Mäls 
vor und eröffnet die Möglichkeit unbeschränkten Anschlusses von 
Hausleitungen. Die geplante Anlage, deren Ausführung bekanntlich 
Seiner Durchlaucht dem regierenden Fürsten zu verdanken ist, 
Höchst welcher zu diesem Zwecke über Antrag des Herrn fürstl. 
Cabinetsrates ein unverzinsliches und binnen 20 Jahren zurückzuzah 
lendes Darlehen von 30'000 Kronen gewährt hat, entspricht einem 
schon lange gefühlten, dringenden Bedürfnisse und wird aller Voraus 
sicht nach die erfreuliche Folge haben, dass sich der Gesundheitszu 
stand in Balzers hebt und dass insbesondere der dort endemisch herr 
schende Typhus nach und nach gänzlich schwindet. 
In letzterer Beziehung ist schon seit Erbauung der ersten, allerdings 
nicht ausreichenden Wasserleitung, für die Ortschaft Balzers eine be 
trächtliche Besserung zu konstatieren. 
Die vorerwähnte Aussicht auf Hebung des allgemeinen Gesundheitszu 
standes wird sich insbesondere dann verwirklichen, wenn die Bevölke 
rung in Balzers auch ihrerseits mit Eifer auf Besserung der 
Reinlichkeitsverhältnisse hinwirkt. In dieser Richtung wird insbeson 
dere darauf verwiesen, dass jedes Haus eine rationelle Abortein 
richtung mit wasserdichter Jauchegrube erhalten soll, dass die Jauche 
kästen regelmässig mindestens zweimal im Jahre geleert werden sol 
len, was aus Lässigkeit bisher nicht selten unterlassen wurde und dass 
endlich die zu den Häusern gehörigen, tiefer gelegenen Höfe, in wel 
chen sich sehr häufig Pfützen bilden, die eine Haupterregungsquelle 
für Krankheiten sind, mit Erde ausgefüllt werden müssen. 
Die neue Wasserleitung wird auch die wohlthätige Folge haben, dass 
das Gebiet, welchem die Quellen entnommen werden, entsumpft wird 
und bei entsprechender Säuberung zu einer vorzüglichen Weide umge 
staltet werden kann. 
Liechtensteiner Volkshlatt 
6. Juni 1902 
Vaduz. 1. Aug. (Einges.) Wie man 
hört, hat sich das Gerücht verbreitet, 
der Bau des landsch. Amtshauses sei 
bereits an einen Ausländer vergeben 
worden. Thatsächlich ist dem nicht 
so, wie aus zuverlässiger Quelle mitge 
teilt werden kann. Die Vergebungen 
werden erst erfolgen und zur Aus 
schreibung kommen, wo hauptsäch 
lich auf Inländer - schon im Sinne des 
diesbezüglichen Landtagsbeschlusses 
- Rücksicht genommen werden wird. 
Das Gerücht scheint durch eine ganz 
irrige Auffassung und Auslegung ei 
ner Zeitungsnotiz in Nr. 28 des 
Liecht. V.-B. vom 11. Juli 1902 ent 
standen zu sein. 
- In ähnlicher Weise hat sich über die 
Vergebung der Arbeiten zur Wasser 
leitung in Balzers die unrichtige Auf 
fassung gebildet, als wäre die Aus 
schreibung genannter Arbeiten im 
«Liechtenst. Volksblatt» absichtlich 
hintangehalten worden. Zur Steuer 
der Wahrheit geben wir in Nachste 
hendem den richtigen Sachverhalt: 
Die Bauausschreibung zur Wasserlei 
tung in Balzers wurde von der Ge 
meinde Balzers Herrn Ingenieur Kür 
steiner in St. Gallen übertragen. Die 
ser beauftragte damit eine bekannte 
Annoncen-Expedition in St. Gallen 
und dieselbe sandte das betreffende 
Inserat an das «Liechtenst. Volks 
blatt». Das Inserat kam jedoch in Va 
duz erst an, als die bezügliche Blatt- 
Nummer bereits gedruckt und zur 
Ausgabe fertig lag, konnte daher in 
betreffende Nummer nicht mehr auf 
genommen werden. Der Anmeldungs 
termin war aber so gestellt, dass der 
selbe wieder einen Tag vor der nächsten 
Blattausgabe ablief, deshalb konnte 
das bezügliche Inserat auch in die 
nächste Blatt-Nummer nicht mehr 
aufgenommen werden. 
Redaktion 
Liechtensteiner Volkshlatt 
8. August 1902
	        

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