Volltext: Balzner Neujahrsblätter (2000) (2000)

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Thomas Nipp (1969) 
Im Folgenden möchte ich einige Gedanken zur Sprache bringen, die mir spontan zum 
Begriff «Balzers» in den Sinn kommen. Ich bin mir dabei bewusst, dass ich die jeweiligen 
Gedanken aus Platzgründen nur in allerkürzester Form erörtern kann. Dazu habe ich die 
Gesichtspunkte «Landschaft», «Kultur» und «Zusammenleben der Menschen» ausgewählt. 
Beim Stichwort «Balzers» denke ich zuerst an die schöne Lage des Dorfes mit der Burg 
Gutenberg und der Pfarrkirche in der Mitte. In dieser Hinsicht darf Balzers mit Sicher 
heit als die schönste Gemeinde Liechtensteins bezeichnet werden. Es ist erfreulich, dass 
man in Balzers zu den Schönheiten und Kostbarkeiten der Natur, wie der wunderschö 
nen Flora im Elltal, Sorge trägt. Das bedeutet jedoch auch, dass Balzers darauf achten 
muss, dass nicht noch mehr Zersiedelung in dieser Region stattfindet. 
Der nächste meiner Gedanken gilt dem regen kulturellen Leben unserer Gemeinde, dessen 
einzelne Träger ich nicht namentlich zu erwähnen brauche, da sie bestens bekannt sind. 
Dies führt dazu, dass ein grosser Teil unserer Bevölkerung aktiv daran beteiligt ist. Der 
Kultur kann gar kein zu hoher Stellenwert eingeräumt werden, da sie zum Leben der 
Menschen genauso dazugehört wie das tägliche Brot. Sie ist somit weitaus mehr als nur 
eine Freizeitbeschäftigung, da sie die ganze Lebenswelt der Menschen durchdringt. Um 
das kulturelle Leben der Gemeinde Balzers jedoch noch reicher zu gestalten, wäre es 
begrüssenswert, die Burg Gutenberg für kulturelle Zwecke zu nutzen. Dies könnte bei 
spielsweise bedeuten, dort ein Ortsmuseum einzurichten, Ausstellungen zu zeigen und 
auch Kammermusikkonzerte zu veranstalten (ideale Räumlichkeiten für Kammermu 
sik). Somit wäre die Burg Gutenberg nicht nur der geographische, sondern auch der 
kulturelle Mittelpunkt von Balzers und könnte so (über)regionale Bedeutung erlangen. 
Abschliessend möchte ich noch auf die Menschen eingehen, die in unserem Dorf leben. Es 
liegt mir jedoch fern, den Balzner zu charakterisieren, da es den Balzner schlechthin 
nicht gibt. Eher lohnt es sich, einige Merkmale des Zusammenlebens in Balzers anzufüh 
ren. Dazu zählen sicherlich das nach wie vor recht starke Zusammengehörigkeitsgefühl 
der Balzner Bevölkerung (man kennt einander und duzt sich) und eine gewisse Wert 
schätzung von Traditionen. Aber auch die stets grosse Hilfsbereitschaft und Solidarität 
der Balzner Bevölkerung gegenüber in Not geratenen Menschen - selbst wenn diese aus 
fremden Ländern und Kulturkreisen stammen - kennzeichnen das Zusammenleben in 
unserer Gemeinde. Allerdings darf das soeben Gesagte nicht darüber hinwegtäuschen, 
dass auch Balzers nicht vor den negativen Auswirkungen unserer modernen Gesellschaft 
verschont geblieben ist. So gibt es beispielsweise immer mehr vereinsamte und orientie 
rungslose Menschen. Das grösste Übel ist jedoch der reine Materialismus, dem leider 
immer mehr Leute frönen. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass Balzers auch in Zukunft 
eine Gemeinde bleiben wird, in der man gerne lebt und sich wohl fühlen kann.
	        

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