Volltext: Balzner Neujahrsblätter (1999) (1999)

37 
Einen weiteren sehr erfreulichen 
Hinweis, dass die Balzner Giessen ge 
sunde Wasserläufe sind, zeigen erst 
kürzlich abgeschlossene Untersu 
chungen des Gesundheitszustandes 
von Forellen und Äschen aus ver 
schiedenen Bächen des Liechtenstei 
ner und St. Galler Rheintales. Keine 
chronischen Leber- und Nierenschä 
den hatten einzig Fische aus denjeni 
gen Gewässern, die sich ausserhalb 
von Siedlungs- und intensiv landwirt 
schaftlich genutzten Gebieten befin 
den und keine obenliegenden Einlei 
tungen aufweisen. Lediglich im Ober 
lauf von Tamina, dem Vilterser- und 
Grossbach sowie in den Balzner Gies 
sen kann weitgehend von gesunden 
Fischen gesprochen werden. Gesund 
waren auch Fische, die in Rundtrö 
gen mit Trinkwasser gehalten wurden. 
b) Chemische Untersuchungen 
Die Resultate der chemischen Unter 
suchungen bestätigen, was uns die 
biologischen Untersuchungen zei 
gen. Die Tabelle 2 auf dieser Seite ver 
gleicht einige Werte einer Wasser 
probe aus der Wasserzuleitung Äule 
Häg vom September 1998 mit einer 
am gleichen Tag entnommenen Pro 
be aus dem Grundwasserpumpwerk 
Rheinau und den Qualitätszielen für 
Trinkwasser. 
Sowohl die Probe aus der Wasserzu 
leitung Äule Häg wie auch jene aus 
dem Grundwasserpumpwerk Rhein 
au erfüllen die Anforderungen an 
Trinkwasser. Jedoch sind die Werte 
bei der Wasserzuleitung vom Rhein 
nicht gleich konstant bzw. für Trink 
wasser geeignet wie reines Grund 
wasser. Bei Hochwasser im Rhein tre 
ten nämlich jeweils anfänglich leich 
te Trübungen im gefassten Wasser 
auf. Ein Zeichen, dass der Kiesfilter 
um die Sickerrohre und die Flussohle 
wieder «gespült» werden. 
Der Vergleich der Proben lässt jedoch 
eindeutig den Schluss zu, dass ein 
grösserer Anteil an Rheininfiltrat das 
Grundwasser für die Zwecke der Was 
serversorgung positiv beeinflussen 
würde. Dazu muss allerdings die 
Rheinsohle wieder gezielt angehoben 
werden. 
Die chemischen Untersuchungen des 
Giessenwassers vor der Einmündung 
Tabelle 1 
Steinfliegenlarven 
10 
Arten 
Köcherfliegenlarven 
19 
Arten 
Eintagsfliegenlarven 
12 
Arten 
Zweiflüglerlarven 
18 
Arten bzw. Gattungen 
Krebstiere 
2 
Arten 
Aquatische Käfer 
11 
Arten 
Schlammfliegerlarven 
2 
Arten 
Wasserwanzen 
2 
Arten 
Milben 
indeterminabel 
Egel 
1 
Art bzw. Gattung 
Wenigborster 
2 
Arten bzw. Gattungen 
Weichtiere 
10 
Arten bzw. Gattungen 
Saitenwürmer 
1 
Gattung 
Strudelwürmer 
2 
Arten 
Tabelle 2 
Analysewert 
Parameter 
Wasserzulauf Grundwasser 
Qualitätsziel 
Äule Häg 
PW Rheinau 
Trinkwasser 
Temperatur 
°c 
11.1 
9.7 
< 15 
Gesamthärte 
fr. H° 
15.1 
23.7 
< 25 
Nitrat 
mg/1 
3.7 
6.2 
< 25 
Chlorid 
mg/1 
0.9 
2.5 
< 20 
Sulfat 
mg/1 
34.0 
36.7 
< 50 
Sauerstoffsättigung 
% 
80.4 
64.4 
> 60 
Aerobe Keime 
KBE/ml 
30 
1 
100 
Escherichia coli 
in 100 ml 
n.n. 
n.n. 
n.n. 
Enterokokken 
in 100 ml 
n.n. 
n.n. 
n.n. 
Kurzzeichenerklärung: 
< = 
> = 
n.n. = 
PW = 
weniger als 
mehr als 
nicht nachweisbar 
Pumpwerk 
in den Binnenkanal zeigen, wie die 
biologischen Untersuchungen, eine 
leichte Zunahme der gelösten und fe 
sten Stoffe. Dies ist weitgehend eine 
völlig natürliche Erscheinung, verur 
sacht durch abgestorbene Wasser 
pflanzen, Blätter, Holz usw. Wie gross 
der Anteil aus der Landwirtschaft 
oder direkten Einleitungen ist, kann 
nicht angegeben werden. Zur Ein 
schätzung der Qualität des Giessen 
wassers an der Probenahmestelle 
kurz vor der Mündung in den Kanal 
dient am besten wieder ein Vergleich, 
diesmal mit dem Binnenkanalwasser 
in Ruggell (vgl. Tabelle 3, S. 38). 
Zusammenfassung und Ausblick 
Die grösste Bedeutung hat die Wie 
derbewässerung für die ausgetrock 
neten Giessen zur Wiedererlangung 
ihrer ökologischen Funktionsfähig 
keit. Damit wurde am Oberlauf des 
23 km langen Binnenkanals, der sei 
nerseits wieder mit dem Alpenrhein 
und dem Bodensee verbunden ist, ein 
weitgehend intakter Lebensraum ge 
schaffen, welcher speziell für die Er 
haltung der bedrohten Bach- und 
Seeforelle auch überregional von 
grosser Wichtigkeit und beispielge 
bend ist.
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.