Volltext: Balzner Neujahrsblätter (1998) (1998)

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hunderte den Gottesacker von Bal- 
zers bildete. 
In dem um das Jahr 1830 datierten 
churrätischen Urbar werden dem 
Hof Palazoles zwei Kirchen zuge 
teilt. Eine davon dürfte die Kapelle 
St. Nikolaus gewesen sein, die 1305 
von Heinrich von Frauenberg gegen 
das Patronatsrecht der Pfarrkirche 
Felsberg eingetauscht und dadurch 
zur Pfarrkirche von Falzers wurde. 
Diese Kirche, welche durch den 
Dorfbrand von 1795 zerstört wurde, 
stand auf dem Areal südlich des 
Alten Pfarrhauses in einem ummau 
erten Friedhof, von dem heute noch 
eine Mauer mit einem rundbogigen 
Tor vorhanden ist. 
Nach dem Dorfbrand von 1795 
wurde oberhalb der Landstrasse im 
Areal des nun aufgelassenen Alten 
Friedhofes eine neue, grössere Kirche 
erbaut. Auch sie wurde dem hl. Ni 
kolaus gewidmet und diente zwi 
schen 1807 und 1912 als Pfarrkirche 
von Falzers. Nach dem Bau der neu 
en Kirche zu St. Nikolaus am Fuss 
des Burghügels Gutenberg wurde 
der Friedhof am alten Ort belassen, 
und zwar bis zum Jahre 1966. 
Auch nach der Errichtung des neuen 
Friedhofes wurde der Alte Friedhof in 
die Allerheiligenlitanei einbezogen, 
und es fand noch viele Jahre ein ge 
meinsamer Gräberbesuch statt. 
Der Alte Friedhof wurde seit dem 
Abbruch der Kirche im Jahre 1926 
durch den verbliebenen Turm domi 
niert. Er enthielt zahlreiche Erinne 
rungen an historisch bedeutende 
Persönlichkeiten und Ereignisse. So 
sind etwa die Gedenktafel an den 
Mailänder Both sowie Grabsteine 
von Priestergräbern zu erwähnen. 
Es ist zu hoffen, dass die Neugestal 
tung des Areals Alter Friedhof dessen 
kulturgeschichtliche Bedeutung auf 
nimmt und inmitten des hektischen 
Lebens eine pietätvoll gestaltete 
Oase der Ruhe und des Friedens 
geschaffen wird, welche Anlass gibt, 
sich zurückzuerinnern an verstorbe 
ne Menschen und vergangene Zeiten. 
Interessante Details zur Geschichte 
des Alten Friedhofes sind im Buch 
von Franz Büchel «Die Geschichte 
der Pfarrei Balzers» enthalten.
	        

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