Volltext: Balzner Neujahrsblätter (1998) (1998)

11 
Grundriss der römerzeitlichen Mauern (schwarz) unter dem bestehenden Amts 
haus (grau) und unter der Fürstenstrasse 
Durch die Inventarisation sollen die 
einwandfreie Zuweisung der einzel 
nen Gegenstände zu jeweiliger Fund 
schicht und -läge und die Überprü 
fung der Fundsituation zu einem spä 
teren Zeitpunkt gewährleistet wer 
den. Zu diesem Zweck werden alle 
Fundgegenstände vermessen, ge 
zeichnet, fotografiert, beschrieben 
und mit einer Identifikationsnum 
mer versehen. 
Die Auswertung der einzelnen Fund 
gattungen und deren Interpretation 
mit den Grabungsbefunden (Schicht 
zusammenhänge, bauliche Überreste 
usw.) sind im Gang. Nach Abschluss 
sämtlicher Arbeiten sollen die Er 
gebnisse der Notgrabung auf dem 
Areal Amtshaus in der Jahrbuchreihe 
des Historischen Vereins für das 
Fürstentum Liechtenstein publiziert 
werden. 
Das römische Gebäude 
Unter den Kellerräumen des Amts 
hauses wurden mehrere römerzeitli 
che Räume ausgegraben. Aufgrund 
der oben beschriebenen Umstände 
konnten lediglich zwei davon voll 
ständig dokumentiert werden, zwei 
weitere hingegen wurden w'egen der 
vorgegebenen Grabungsgrenzen nur 
teilweise freigelegt. Ihre Orientierung 
und Bauweise erlauben die Annah 
me, dass sie zusammen mit den 1986 
unter der Fürstenstrasse entdeckten 
Mauerteilen zu einem Gebäudekom 
plex gehören, dessen Gesamtgrösse 
zur Zeit nicht bekannt ist. 
Im Zuge der Umbau- und Erweite 
rungsarbeiten sind nach Abschluss 
der archäologischen Untersuchungen 
alle Spuren römischer Siedlungs 
tätigkeit aus dem Boden des Areals 
Abb. oben: Areal Amtshaus. Detail 
aufnahme einer römischen Mauer mit 
Pietra-rasa-Verputz und horizontalen 
und vertikalen Fugenstrichen 
Abb. unten: Schematische Darstellung 
eines römischen Raumes mit Boden- 
und Wandheizung: 
1 Feuerung 
2 warmer Luftstrom 
3 Hypokaustpfeiler 
4 Bodenplatten 
5 Mörtelestrich und Wandverputz 
6 Hohlziegel mit Lüftungsöffnungen 
Amtshaus entfernt worden. Die römi 
schen Mauern wiesen durchschnitt 
lich eine Breite von 70 cm auf. Um 
ihnen regelmässiges Aussehen zu 
verleihen, wurden zur Zeit ihrer 
Erbauung in den feuchten Pietra- 
rasa-Verputz (dabei bleiben die 
Steinköpfe frei von Mörtel) der 
Aussen- und Innenwände mit Kellen 
fein säuberlich horizontale und verti 
kale Fugenstriche gezogen. Nur in 
einem einzigen Raum konnte eine 
weisse Kalkung des Verputzes nach 
gewiesen werden. Die übrigen Wän 
de blieben roh belassen. 
Die römischen Gehhorizonte fehlen 
zum grossen Teil. Bis auf die kleine 
Fläche eines massiven Mörtelestrichs 
in der Südwest-Ecke des römischen 
Gebäudes sind die ursprünglichen
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.