Volltext: Balzner Neujahrsblätter (1996) (1996)

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«Im schönsten Saal des Rheintals» 
Das Jahr 1961 war geprägt von der 
Verlegung der Operettenaufführun 
gen in den neu erstellten Gemeinde 
saal und damit verbunden mit einem 
gewaltigen Leistungs- und Erfolgs 
sprung. Die Propaganda lief unter 
dem Slogan «Im schönsten Saal des 
Rheintals», was das Propaganda 
komitee gross auf das Plakat schrei 
ben liess und einige Jahre weidlich 
nutzte. Es war aber auch eine voll 
ständig neue, ungewohnte Erfahrung 
in diesem schönen Saal mit den bis 
dahin nicht für möglich gehaltenen 
neuen Dimensionen. Als ein Glücks 
fall für die Balzner Operette muss die 
Verpflichtung von Fritz Peter, einem 
Schweizer Tenor von der Städtischen 
Bühne Ulm, bezeichnet werden. Er 
hat während vieler Jahre das Publi 
kum wie die Mitwirkenden mitgeris 
sen - gesanglich wie spielerisch. 
«Der Zigeunerbaron» von Johann Strauss 
war ein grosses Ereignis, das auch in 
der Schweizer und Vorarlberger Nach 
barschaft registriert wurde. Der 
Feldkircher Anzeiger schrieb; «...Kurz 
Abb. oben: 
1959, «Walzer aus Wien», von links: 
Werner Gstöhl, Vinzenz Bürzle, Walter 
Faser, Zeno Kaufmann. 
Abb. unten: 
1961, «Der Zigeunerbaron», 
Gesamtaufnahme mit Solisten, Chor 
und Kindern. 
zusammengefasst, es war ein Wagnis 
und ein Gelingen. Grossartig die Chöre, 
ausgezeichnet das Orchester und 
prächtig, ja begeisternd einige Solisten. 
Wir erwähnen besonders Helene Ess als 
Zigeunerin, Fritz Peter als Sandor 
Barinkay, Maria Falzary als alte Zigeu 
nerin, Günther Ess als Graf Homonay, 
Erika Brandi als Mirabella und den 
einheimischen Walter Foser als 
Schweinezüchter ... Eine sehr ein- 
drückliche Interpretation brachte Vin 
zenz Bürzle. Werner Gstöhl wirkte als 
Liebhaberäusserst sympathisch. Kraft 
voll und klar gestaltete Clemens 
Mihatsch die musikalische Leitung. So 
zeigte sich die Aufführung wie aus ei 
nem Guss. Es gab zum Schlüsse der 
Aufführung verdienten, stürmischen 
Applaus und viele Blumen ...». 
1962 spielte man unter der Regie von 
Fritz Peter und der musikalischen Lei 
tung von Alois Ritter «Der Vogelhänd 
ler» von Carl Zeller. Die renommierte 
Neue Zürcher Zeitung schrieb: «... Seit 
1919 gehen in Balzers jeden Winter 
grosse Theateraufführungen in Szene, 
die - das Verdienst besonders hervorge 
hoben zu werden - immer wieder Ge 
meinschaftswerke des ganzen Dorfes 
darstellten. An der ausverkauften Pre 
mière vom 3. Februar, der 10 weitere 
Aufführungen an den folgenden Sams 
tagen und Sonntagen folgen werden, 
staunten die Besucher und die Spitzen 
der Behörden. Die Behauptung, dass 
den Balznern die Freude an Gesang und 
Theaterspiel, vielleicht als Nachhall aus 
der Minnesängerzeit, im Blute liege und 
die Balzner Bevölkerung - im Unter 
schied zu <geschäftstüchtigerem Ge 
meinden - über einen musischen und 
leicht romantischen Charakter verf üge, 
scheint doch etwas für sich zu ha 
ben...». 
Unter der Regie von Franz Schriber 
folgte 1963 mit «Die Fledermaus» von 
Johann Strauss ein weiterer klassi 
scher Operettenhöhepunkt. Die musi 
kalische Leitung wurde erstmals in 
die damals noch jungen Hände von
	        

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