10 Conclusio 
Aus gegenwärtiger Sicht lässt sich hinsichtlich des liechtensteinischen Datenschutzrechts 
im Allgemeinen festhalten, dass — aus grundrechtlicher Sicht — zwar eine Anerkennung des 
Grundrechts auf Datenschutz als Aspekt des Rechts auf persónliche Freiheit und den Schutz 
der Privatsphàre durch die stándige verfassungsgerichtliche Rsp vorhanden und auch gesichert 
ist; allerdings ist der Wortlaut der LV selbst, insb im Vergleich zum Verfassungsrecht der 
Schweiz und von Österreich, wo dieses Grundrecht ausdrücklich formuliert ist, veraltet sowie 
unzureichend und aus diesem Grund mE reformbedürftig. 
Das DSG in der geltenden Fassung setzt die Vorgaben der DS-RL großteils angemessen 
um; jedoch bestehen durch die in diesem Zusammenhang stark überwiegende Rezeption der 
schweizerischen Rechtsvorschriften auch gravierende Umsetzungsmängel, zumal die 
Schweiz als Staat, der weder der EU noch dem EWR angehört, nicht zur Umsetzung der Vor- 
gaben in der DS-RL verpflichtet ist. Obwohl dies aufgrund der Entscheidung 2000/518/EG 
der Kommission nicht zwingend den Schluss zulässt, dass die Schweiz „schlechtere“ Daten- 
schutzvorschriften erlassen hat, so hätte die Geeignetheit des chDSG als Rezeptionsgrundlage 
differenziert hinterfragt werden müssen und wäre eine nähere Orientierung an den einschlä- 
gigen Gesetzen Österreichs und Deutschland von Vorteil gewesen. Von den Umsetzungsmän- 
geln ist va die Datenschutzstelle als Kontrollstelle betroffen, deren Aufgaben und Befugnisse 
im Hinblick auf die einschlägigen Vorgaben der DS-RL mangelhaft ausgestaltet sind. Die 
gegenwärtige Lösung, welche vom schweizerischen Recht übernommen wurde und derzeit 
die Befassung zweier Behörden mit diesen Aufgaben vorsieht, von denen lediglich eine befugt 
ist, eine verbindliche Entscheidung zu erlassen, ist aus Sicht des Rechtsschutzes sehr bedenk- 
lich. Zudem finden sich auch weitere Vorschriften, deren Richtlinienkonformität in Zweifel 
zu ziehen ist, wie zB das Fehlen eigener zivilrechtlicher Anspruchsgrundlagen zugunsten der 
betroffenen Person. Die liechtensteinische Datenschutzgesetzgebung ist aus diesen Gründen 
nach noch geltender Rechtslage mit mehreren Mängeln behaftet. 
Obwohl die DS-GVO zum Zeitpunkt des Abschlusses der vorliegenden Arbeit weder für 
die EU-Mitgliedstaaten noch für die EWR-Vertragsstaaten (dies bezieht auch Liechtenstein 
mit ein) unmittelbar anwendbar ist, lässt sich im Vergleich mit der derzeit geltenden Rechts- 
lage bereits ein Fazit daraus ziehen, wie durch die VO, sobald sie anzuwenden sein wird, die 
liechtensteinische Rechtslandschaft in Bezug auf den Datenschutz verändert wird: 
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