Satire in Liechtenstein 
Meinungsäusserung ist ebenfalls durch Artikel 10 der Europäischen 
Menschenrechtskonvention garantiert. Liechtenstein ratifizierte die 
Menschenrechtskonvention am 8. September 1982, womit diese und weitere 
Grundfreiheiten auch im Fürstentum verbindlich wurden. Trotz der Grundgewähr 
der Meinungsfreiheit kennt die Satire, zumindest aus rechtlicher Sicht, dennoch 
Grenzen. Problematisch wird es besonders bei Satire, die sich gegen konkrete 
Personen richtet. Sollte eine Person durch Satire böswillig diskreditiert werden, so 
kann das sowohl strafrechtliche als auch privatrechtliche Konsequenzen haben. 
Die Ehrverletzung von Personen ist im liechtensteinischen Strafrecht durch drei 
Paragraphen definiert und wird demnach als Offizialdelikt geahndet. Dies hat zur 
Folge, dass die Staatsanwaltschaft von Amtes wegen juristische Schritte einleitet 
und den Urheber der gegen eine Person gerichteten Satire belangt. (Regierung, 
1921) 
So setzt sich Paragraph 111 des liechtensteinischen Strafgesetzbuchs mit dem 
Gegenstand der „üblen Nachrede“ auseinander. Demnach müssen Personen, die 
einem Dritten unehrenhafte oder gegen die Sitte verstossende Eigenschaften, 
Gesinnung oder Verhalten unterstellen und dies an die Öffentlichkeit tragen, mit 
einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten oder einer Geldstrafe von 360 
Tagessätzen rechnen. Wenn diese Unterstellungen durch Rundfunk oder über 
einen anderen Weg der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, so kann 
dies eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr zur Folge haben. Dies ist allerdings 
nur dann der Fall, wenn sich die Beschuldigung als wahrheitsgetreu herausstellen 
sollte. (Stotter, 2008) 
Sollte die „üble Nachrede“ zur Folge haben, dass der Betroffene durch die 
Anschuldigungen öffentlich blossgestellt und herabgewürdigt wird, so spricht man 
von „Verleumdung“, welche im Paragraph 112 des liechtensteinischen 
Strafgesetzbuchs behandelt und definiert wird. Wenn eine Person vorsätzlich 
falsche Wahrheiten in Umlauf bringt und sich dessen bewusst ist, so muss mit 
einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe von 360 
Tagessätzen gerechnet werden. Wie auch bei der „üblen Nachrede“, muss der 
Unterstellende mit einer höheren Strafe rechnen, sollte er diese über Rundfunk 
oder durch andere Mittel einer grossen Menschengruppe zugänglich gemacht 
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