heruntergemacht werde.^? Dem folgend stiess auch das Vollmachtengesetz auf negativen 
Widerhall. Die Nachrichten suggerierten, dass Liechtenstein nun den Weg in die Diktatur 
beschreite, ^! dass man die Opposition durch die Vollmachten der Regierung mundtot machen 
wolle und fragte, ob in Liechtenstein auch bald Sondergerichte bestellt würden.^?? Ferner wurde 
auch eine mógliche Verschlechterung der Beziehungen zur Schweiz durch den Gesetzes- 
beschluss angetónt.^? Aus dem Dargelegten ist zu schliessen, dass die Volkspartei von ihrem 
demokratischen, der Schweiz zugeneigtem Standpunkt her der Ausschaltung der Opposition in 
Osterreich reserviert-kritisch begegnete und in Liechtenstein als autoritär wahrgenommene 
Tendenzen der Regierungspartei verurteilte. 
Ist das Verhalten der Volkspartei aufgrund ihrer demokratischen Gesinnung verständlich, ist 
die Berichterstattung des Heimatdienstes zu den Februarkämpfen auf den ersten Blick 
überraschend. Denn der Heimatdienst zeigte sowohl Sympathien für autoritär regierte 
Regime?", wie er auch seine Gegnerschaft zum Marxismus und Sozialismus betonte.?”” Doch 
wáhrend der Heimatdienst in Bezug auf Deutschland die angeblichen ,,Hetzmeldungen" gegen 
das nationalsozialistische Regime kritisierte,” titelte das Parteiorgan in seinem Leitartikel zu 
den Februarkampfen , Der Bruderkrieg in Oesterreich‘ und setzte die Untertitel „Blutige 
Kämpfe in Wien und Bundesländern — Mit Maschinengewehren, Minen und Artillerie gegen die 
Arbeiter — Ueber 1500 Tote.'?" Darauf folgte im Artikel eine Schilderung der Kampf- 
handlungen in Osterreich, wobei besonders die Kámpfe in den Wiener Arbeiterbezirken 
detailliert beschrieben wurden. Hierzu wurde angemerkt, dass aufgrund des Artillerie- 
beschusses der Streitkráfte in Wien viele Unschuldige bei den Gefechten umkamen. Weiter 
druckte der Heimatdienst sowohl den Standpunkt aus Sicht der Regierung wie auch aus Sicht 
der Sozialdemokraten, wer die Verantwortung für die Ereignisse trage, ab.^? Der Artikel 
schliesst mit Bedauernsbekundungen: „Heute stehen wir zutiefst erschüttert vor den offenen 
Gräbern von so vielen hingeschlachteten Volksgenossen und stehen voll tiefstem Mitleid vor 
so viel namenlosem Elend, das tiefste Trauer zu so viel Familien und so viel Einzelschicksale 
in Schmerzen und Jammer stürzte. Gott helfe dem armen Österreich . . 7? 
  
230 LN, 18.5.1933, S. 1. 
231 EN, 1.6.1933, S. 1. 
23! UN, 7.6.1933, S. 1. 
253 Ebd, 
?31 LHD, 8.8.1934, S. 1. 
255 LHD, 14.3.1934, S. 2. 
255 LHD, 3.2.1934, S. 2- 3. 
25! LHD, 17.2.1934, S. 1 - 2. 
258 Eb, 
259 Ebd., S. 2. 
33
        

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