,Süuberungsaktion" und warf dem Heimatdienst eine einseitige Stellungnahme zugunsten der 
Sozialdemokraten vor. Der ósterreichische Staat habe hier nur entsprechend auf einen 
bewaffneten Angriff der ,Austrobolschewisten" reagiert. Mit der Niederringung des 
Aufstandes sei die , Sowjetfiliale* Osterreich verhindert worden und damit eine Gefahr für ganz 
Europa beseitigt. Zudem sei Österreich gerade im Begriff, ein „neues, nach katholischen 
Grundsätzen geleitetes Staatswesen [...], in dem auch die Rechte der Arbeiter voll und ganz 
gewahrt werden“, zu errichten.” Dem folgend richte sich der Kampf der Regierung nicht 
gegen die Arbeiter, sondern gegen den Bolschewismus.?? Diese Ausführungen aus dem 
Volksblatt legen dar, wie vorbehaltlos die Bürgerpartei das Vorgehen des austrofaschistischen 
Regimes in den Februarkámpfen nach aussen hin unterstütze. Andrerseits ist anzumerken, dass 
das Volksblatt den Juli-Putsch 1934 zwar verurteilte, aber auch darauf hinwies, dass solche 
Ereignisse sich offenbar nur in autoritàár regierten Staaten ereignen. In Staaten, in welchen die 
Volksrechte ausgeschaltet seien, werde der Unzufriedene, unfáhig auf andere Weise auf die 
Regierung einzuwirken, letztlich zu Gewalttaten gezwungen, weshalb es auch in Liechtenstein 
gelte, sich gegen die diktatorischen Tendenzen des Heimatdienstes zu stellen.’ 
Ferner ist das Vollmachtengesetz vom 30. Mai 1933 zu nennen. Als sich die Regierung im 
Kontext der Rotter-Affáre zunehmend bedrángt sah, baute sie mit diesem Gesetz ihre 
Kompetenzen entscheidend aus.?? Die Regierung erhielt vom Landtag die „Vollmacht zur 
Vornahme aller Massnahmen, die für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung sowie zur 
Wahrung des Ansehens und der wirtschaftlichen Interessen des Landes erforderlich sind.*?? 
Während die Volkspartei kritisierte, dass das Gesetz der Regierung diktatorische Gewalt 
verleihe, ** 
verwies Regierungschef Hoop auf ähnliche Notverordnungsgesetze in der Schweiz, 
Österreich und Deutschland, >*! wobei die letzten zwei Referenzen in diesem Kontext kaum den 
Vorwurf der Diktatur milderten.*** Dennoch ist meiner Ansicht nach Geiger zuzustimmen, dass 
das Vollmachtengesetz zwar in strafrechtlich gravierender Weise die Macht zur Regierung 
verschob, jedoch der Umgang mit dem Gesetz darlegt, dass die Regierung damit keineswegs 
intendierte, ein autoritäres Regime zu errichten.?? So dienten 1934 das Uniformierungsverbot 
  
24 VB, 20.2.1934, S. 2. 
235 Ebd. 
236 Ebd. 
237 VB. 4.8.1934, $. 1- 2. 
238 Car], Liechtenstein und das Dritte Reich, S. 425. 
239 Liechtensteinisches Landesgesetzblatt, Nr. 8, 1933. 
?90 ['N, 1.6.1933, S. 1. 
"!LTLA LTP 1933/069, Gesetz betr. die Erteilung besonderer Vollmachten an die Regierung, 29.5.1933. 
?? Car] Liechtenstein und das Dritte Reich, S. 425. 
23 Geiger, Krisenzeit 1, S. 364. 
31
        

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