Integrationserfahrung und Einstellung 
Bei den vorliegenden Ergebnissen konnte kein Zusammenhang zwischen der 
Integrationserfahrung und der Einstellung beobachtet werden. Dies steht im Gegensatz zu 
vielen Studien, die zeigen, dass Integrationserfahrung äusserst entscheidend für die 
Einstellung ist (Cloerkes, 2007, Kunz. et al., 2010, Sermier Dessemontet, Benoit & Bless, 
2011). Da 90% der Lehrpersonen dieser Stichprobe bereits Erfahrung mit Integration haben, 
könnte die Polarisierungsthese von Kuorelathi (2007) eine Erklärung für diese Befunde 
liefern. Diese geht davon aus, dass bei Integrationserfahrung einerseits die Anzahl 
derjenigen zunimmt, die der Integration positiv eingestellt sind, während andererseits auch 
die Anzahl derjenigen steigt, die der Integration kritisch gegenüber stehen. 
6.2 Zufriedenheit mit der Umsetzungspraxis 
Insgesamt sind die Mittelwerte zur Zufriedenheit der gesamten Stichprobe über dem 
theoretischen Mittelwert der Skalen. Somit kann die Gesamtzufriedenheit als eher gut 
bewertet werden. Es kann ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Einstellung zu 
Integrativen Schulung und der Zufriedenheit gemessen werden. Je zufriedener die 
Lehrpersonen mit der Steuerung, der Zusammenarbeit und der personellen Situation, desto 
positiver ist ihre Einstellung. 
Der Zugang zu Förder- und Beratungsangeboten wird am positivsten eingeschätzt. Die 
Bereiche Klassengrösse (bei Integrativer Schulung gelten die gleichen Richtlinien wie in 
Regelklassen), die personellen Ressourcen, das Kompetenzgefühl und die Konzeptkenntnisse 
werden am schlechtesten bewertet. 
In zahlreichen Studien hat sich gezeigt, dass die Bewertung der Ausstattung als 
Determinante zur Bereitschaft zur Umsetzung der Integrativen Schulung zentral ist (Amrhein, 
2011, Häfeli & Walther-Müller, 2006, Meyer, 2011). Auch Dumke und Eberl (2002) kommen 
zum Ergebnis, dass es entscheidend auf diese Bedingungen ankommt. Die Beurteilung der 
Lehrpersonen zur Umsetzung stelle eine Einschätzung der aktuellen Möglichkeiten und 
Grenzen des gemeinsamen Unterrichts dar. Die Bedingungen werden gesamthaft recht gut 
eingeschätzt, was im Hinblick auf die aktuelle Umsetzungspraxis positiv zu bewerten ist. 
Dennoch sind die oben genannten Punkte ein wichtiger Hinweis auf die Bereiche, in denen 
die Lehrpersonen in der konkreten Umsetzung auf Probleme stossen. 
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