2.4.1 Geschichtlicher Uberblick 
Im Zeitalter der Exklusion wurde Schüler und Schülerinnen mit ausgepraágtem besonderem 
Bildungsbedarf die Schule vorenthalten. Im Schulgesetz von 1925 wurde im Zusammenhang 
mit der Schulpflicht aufgeführt: , Durch Gesetz von der Schulpflicht entbunden sind Kinder, 
die durch fachlich erwiesene Krankheit oder besonders dauernde leibliche oder geistige 
Gebrechen behindert sind, diese Verpflichtungen zu erfüllen". 
1960 wurde die Invalidenversicherung (IV) eingeführt und es folgte der Gedanke der 
schulischen Separation'. Privatpersonen gründeten 1967 den Verein für Heilpádagogische 
Hilfe, der sich für schulische Fórderung von Kindern mit erhóhtem Fórderbedarf einsetzte. 
Der Verein und das Schulamt initiierten eine Sonderschule, die Kindern und Jugendlichen mit 
besonderen Bildungsbedürfnissen zugänglich gemacht werden sollte. Dies war das 
Heilpádagogische Zentrum (HPZ) in Schaan, in dem nun Kinder mit einer Behinderung 
unterrichtet wurden. Das HPZ eróffnete im Jahre 1969 und wird bis zum heutigen Zeitpunkt 
weitergeführt; das Zeitalter der Separation hált also bis heute an. Die Tagesstátte beinhaltet 
eine Sonderschule, bietet Therapien im  pàdagogisch-medizinischen Bereich und 
Einrichtungen zur beruflichen Eingliederung an. Die Bewilligungen und Kostengutsprachen 
erfolgten damals über die IV. Diese zog sich zum 31.12.2001 aus den Fallbeurteilungen 
zurück; mit den gesetzlichen Neuregelungen gingen diese Kompetenzen an das Schulamt. Bis 
Ende 2013 beteiligte sich die IV noch an der Finanzierung der Sonderschulungen mit einer 
Pauschale, per 1.1.2014 übernahm das Land die gesamten Kosten. 
Die Schaffung einer Sonderschule konnte in den 60er Jahren als Innovation angesehen 
werden. Heute lautet der Leitgedanke ,Integration^ (vgl. Kapitel 2.3.). 1993 wurde in FL 
erstmals ein Kind mit Trisomie 21 in die Regelschule integriert. Das Primat der Integrativen 
Schulung wird zunehmend verfolgt und sonderpadagogischer Unterricht im angestammten 
Wohn- und Lernumfeld gewinnt an Bedeutung. Die personellen und strukturellen 
Ressourcen der Schulen wurden kontinuierlich verdichtet, die pádagogisch-therapeutischen 
Massnahmen wie die Logopädie- und Psychomotoriktherapie wurden näher an die 
Regelschulen herangeführt. So gab und gibt es in FL, wie auch in den umliegenden Ländern, 
eine schrittweise Entwicklung hin zur Integration. 
  
2 . . 
Exklusion lat. exkludere: ausschliessen 
3 . 
Separation lat. separare: absondern 
15
        

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