Volltext: Geschichte erforschen - Geschichte vermitteln

Carlo Moos 
krieg, UEK), deren Schlussbericht 2002 abgeliefert wurde, sechs Forsche- 
rinnen und Forscher übernehmen. Sie profitierte auch allgemein von der 
Schweizer Vorläuferin, weil ihre Einsetzung auf einer vergleichbaren 
Rechtsbasis erfolgte und selbst ihr Mandat in den Grundzügen dem der 
UEK nicht unähnlich war. Es umfasste im Wesentlichen drei grosse Be- 
reiche: denjenigen der Vermögenswerte mit Abklärungen zu Raubgut, 
Tätervermögen, Fluchtgut, Opfervermögen, Arisierungen, Zwangsarbeit 
und Nachrichtenlosigkeit von Vermögenswerten; denjenigen der Flücht- 
linge mit den Problemen ihrer Aufnahme, Abweisung oder Durchreise 
sowie denjenigen der Produktion von Rüstungsgütern und anderer 
kriegswichtiger Gegenstände für das nationalsozialistische Deutschland.?? 
Anders als die UEK musste die UHK keine rechtliche Beurteilung 
vornehmen. Andererseits war sie auch für den Bereich der nachrichten- 
losen Konten von Opfern des Nationalsozialismus zuständig, für den 
die Schweiz ein eigenes Komitee eingesetzt hatte. Freilich spielte das 
Problem der Nachrichtenlosigkeit in Anbetracht der Kleinheit der zwei 
während des Zweiten Weltkriegs in Liechtenstein bestehenden Banken 
(Liechtensteinische Landesbank und Bank in Liechtenstein, heute LGT) 
eine bescheidene Rolle. In der Tat hat die von der UHK in Auftrag gege- 
bene Revision nur sechs Konten beziehungsweise Sparhefte mit einem 
möglichen und ein Kontokorrentkonto mit einem wirklichen Opferbe- 
zug zum Vorschein gebracht.? 
Wenn die UEK angesichts der Fülle von verfügbarem Material 
exemplarisch operieren musste,** machte die UHK gleichsam alles. Ge- 
mäss Bericht der Regierung an den Landtag vom 14. August 2001 soll- 
ten die Abklärungen zu «einer umfassenden Aufarbeitung der liechten- 
steinischen Geschichte während der relevanten Zeit [Zweiter Weltkrieg] 
beitragen».? Dies unterschied die Resultate der UHK erheblich von je- 
nen der UEK. 
  
22 Mandat der Historikerkommission vom 22. Mai 2001, in: Geiger/Brunhart/Ban- 
kier/Michman/ Moos / Weinzierl, Schlussbericht, Anhang A, S. 260-263. 
23 Siehe ebenda, Kapitel 5.8, S. 194-196; Ernst & Young AG, Untersuchung zu nach- 
richtenlosen Vermögenswerten. 
24 Siehe Unabhängige Expertenkommission Schweiz — Zweiter Weltkrieg, Schlussbe- 
richt, S. 35. 
25 Bericht und Antrag der Regierung an den Landtag des Fürstentums Liechtenstein 
Nr. 42/2001 vom 14. August 2001 zur historischen Untersuchung von Fragen zur 
Rolle Liechtensteins im Zweiten Weltkrieg, S. 5. 
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