Sammlung zu sehr zu belasten, wurden „aus der Gemeindekassa Kr. 400 stipuliert.“ ?°° 
Brandgeschädigte, aus dem gesamten Land, manchmal auch aus dem benachbarten Ausland*®, 
erhielten ohne Ausnahme eine Unterstützung durch die Gemeinde.**” 
4.5.4 Gemeindebürger_innen ım Ausland 
Einen guten Einblick über die verschiedenen Unterstützungsformen der Gemeinde bietet der 
Fall einer Familie, die sich im benachbarten Ausland aufhielt. Der Zeitraum der Unterstützung 
zieht sich über gut dreißig Jahre und verteilte sich über mehrere Generationen. Es ist ein 
Wechselspiel von gewährten und verwehrten Unterstützungsleistungen. 
Zu Beginn werden Gesuche zur finanziellen Unterstützung der Familie abgewiesen und die 
Familie wird auf das gemeindeeigene Armenhaus verwiesen.?*® Doch ist diese, trotz weiterer 
Einladungen ins Armenhaus, nie in dieses iibersiedelt. >** Verwies die Gemeinde auf das 
Armenhaus, war sie, zumindest fiir einen kurzen Zeitraum, nicht mehr bereit Unterstiitzungen 
zu zahlen: [Es] soll nichts mehr bezahlt werden, er kann mit seiner Familie ins Armenhaus 
kommen.“**° Oder: [Die] Mietzinszahlung [...]soll vorläufig nicht bezahlt werden.“**! „Es 
wird neuerdings beschlossen, an diese Familie nichts mehr zu geben, weil sie schlecht 
haushaltet. Es stehe ihr das Biirgerheim der Gemeinde offen.“?** Dem eigenen Beschluss 
trotzend, zeigte die Gemeinde der Familie jedoch nicht die kalte Schulter: „Trotzdem der 
Gemeinderat einmal beschlossen, an [die Familie] nichts mehr zu geben, will er doch wieder 
entgegenkommen und diese 40 Franken [Mietzins] geben. «**? 
Die Verweise auf einen Eintritt ins Armenhaus bildeten jedoch die Ausnahme. Grundsätzlich 
konnte sich die Familie auf die Unterstützung der Gemeinde verlassen. Konstanten bilden 
hierbei die Zahlung des Mietzinses**, bis kurz vor dem Ableben des Vaters sowie die 
  
235 GAS Gemeinderatsprotokoll 2. November 1907. 
26 GAS Gemeinderatsprotokoll 12. Oktober 1890. 
237 GAS Gemeinderatsprotokoll 2. März 1933. 
238 GAS Gemeinderatsprotokolle 21. September 1912, 26. November 1914, 19. Jänner 1917, 4. März 1918. 
239 Verweis auf das Armenhaus: Vgl. GAS Gemeinderatsprotokolle 26. November 1914, 19. Januar 1917, 4. März 
1918, 20. Dezember 1926, 24. September 1927, 31. Dezember 1942. 
210 GAS Gemeinderatsprotokoll 24. September 1927. 
21 GAS Gemeinderatsprotokoll 1. Februar 1929. 
22 GAS Gemeinderatsprotokoll 18. November 1938. 
23 GAS Gemeinderatsprotokoll 12. Dezember 1937. 
24 Mietzinszahlungen durch die Gemeinde: GAS 1. April 1931, 25. August 1935 12. Oktober 1935 30. Januar 
1936, 1. Dezember 1936, 25. September 1938, 15. April 1939, 26. Mai 1939, 24. September 1939, 22. Mai 1940, 
25. Juli 1940, 26. Oktober 1940, 4. Januar 1941, 26. Mérz 1941, 7. Juni 1941 (Hans), 5. Juli 1941, 25. Oktober 
1941, 27. Dezember 1941, 10. Januar 1942, 31. Oktober 1942. — Die Gemeinde ersuchte hierbei auch immer 
wieder eine Beteiligung des Landes. Ermässigung des Mietzinses: GAS Gemeinderatsprotokoll 1. Juli 1916. 
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