IDPA Gesellschaftsspaltung durch Neutralität 
Sepp Ritter 1912 - 1989: Ein weiterer Aktivist war der aus Mauren stammende Sepp Ritter. Er 
studierte in der tierärztlichen Hochschule in Wien, wo er 1937 zum Tierarzt promovierte. 
Während des Studiums zeigte er je länger je mehr Sympathie gegenüber den 
Nationalsozialisten. Von 1943 bis Kriegsende war Ritter der Landesleiter der VDBL. 
Ernst Schädler 1900 - 1956: Er war der Landesjugendleiter der Bewegung. Als Volksschullehrer 
stand bei ihm Disziplin im Zentrum. 1940 wurde er vom Landesschulrat in die 
Lehrerprüfungskommission gewählt. Der Vaduzer übernahm in den letzten zwei Kriegsjahren 
als Stellvertreter von Sepp Ritter die Landesleitung der VBDL (Geiger, Kriegszeit Bd. 1, 2010, S. 
346-351). 
Die neu ausgelegte VDBL versuchte ihre Ziele nun nicht mehr über die Politik, sondern durch 
Aktionen, Versammlungen und Publikationen durchzusetzen. Dazu záhlten unter anderem die 
Veróffentlichung des Umbruchs, Schlágereien, Aufrufe zum Juden-Boykott liechtensteinischer 
Arbeitgeber oder Sprengstoffanschláge gegen Wohnhäuser jüdischer Einwohner (Geiger, 
Kriegszeit Bd. 1, 2010, S. 574-596). Der Widerstand ging dann schliesslich gleichzeitig mit dem 
Dritten Reich zu Grunde. Nach dem Krieg, 1946, wurden viele Mitglieder der Volksdeutschen 
Bewegung festgenommen und mussten sich vor einem Gerichtsprozess verantworten, der 
auch als ,klein Nürnberg" bekannt wurde. Putschisten und Umbruch - Leute wurden wegen 
Hochverrat zum Teil zu mehreren Jahren Freiheitsentzug verurteilt (Geiger, Kriegszeit Bd. 2, 
2010, S. 506-507). 
,Die Nationalsozialisten verzeichneten Erfolge darin, politisch unschlüssige Bürger auf 
ihre Seite zu ziehen. Das schürte in der Bevólkerung ungeheuren Hass." - Berta Hilti, 
Zeitzeugin im Interview mit M.W. 
Berta Hilti war eine von vielen Einwohnern Liechtensteins, welche die Aktivisten auf das 
schárfste verurteilten. Ihre Aussage beschreibt den Ruf welchen die NS - Aktivisten im Land 
hatten. Die friedlich gestimmte Bevólkerung musste tatenlos zusehen, wie sich viele unsichere 
Personen in den Nationalsozialismus flüchteten. 
Als sich die Sympathisanten im Land immer mehr zu radikalisieren begannen, sank gleichzeitig 
auch ihre Akzeptanz im Volk. Durch den Putschversuch oder durch antisemitistische Aktionen 
stieg diese Intoleranz nur noch weiter an. Die Nationalsozialisten, insbesondere die Führer der 
VBDL, wurden unter den Bewohnern geächtet und diskriminiert. Die Abneigung war so gross, 
dass selbst Eltern ihren Kindern verboten, Freundschaften mit Kindern aus 
nationalsozialistischen Familien zu pflegen. Gleichzeitig versuchte die Bewegung aber neue 
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