Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
58
Erscheinungsjahr:
2016
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000397673/429/
Franz Näscher 
mit Zustimmung des Churer Bischofs Christianus Caminada die Aus- 
führung übertragen. Am 25. September 1960 erfolgte die Segnung des 
Bauplatzes und bereits am 19. März 1961 konnte der Bischof den 
Grundstein legen. Die künstlerische Ausstattung wurde Georg Malin 
zugesprochen. In der Festschrift zur Kirchweihe schrieb er über sein 
Vorgehen: 
«Bei der Ausstattung der Kirche versuchte ich überall zu Ur- 
sprünglichem und Anfänglichem vorzustossen. In der Form begeg- 
nete ich immer wieder dem Elementaren. Im Inhalt aber stiess ich 
immer wieder auf den Grund unseres Glaubens. Das ist Christus.» 
Das wird bereits beim Weg durch die offene und einladende Vorhalle 
zum Eingang deutlich, vorbei am Grundstein, den er mit Schriftzeichen 
aus der Christianisierungszeit des Alpenrheintales gestaltete, hin zum 
schweren Portal, über dem sich eine schwarze Sonne mit einem versil- 
berten Fisch als Christussymbol befindet. Die Buchstaben des grie- 
chischen Wortes für Fisch sind nämlich die Anfangsbuchstaben für 
«Jesus Christus Gottes-Sohn Erlöser». 
Spiralförmig geht der Weg in die Kirche weiter bis zum Chorraum 
als Mittelpunkt. Die Spirale ist ein Zeichen für das Kommen zur Mitte. 
Die runde Chorwand ist weiss gehalten, denn nichts soll ablenken vom 
Entscheidenden, das hier geschieht - am Priestersitz, am Altar, am 
Ambo und beim Taufstein. Die Teilnahme an einem Gottesdienst besteht 
nicht im Zuschauen und gelangweilten Abwarten, sondern im Mitfeiern 
als Gemeinschaft. In der Mitte der Chorrundung steht der Priestersitz 
aus weissem Marmor; etwas erhöht weist er darauf hin, dass der Priester, 
der dem Gottesdienst vorsteht, den auferstandenen Christus vertritt. 
Mittelpunkt zwischen Priester und Volk ist der Altar. Georg Malin 
schrieb in der Festschrift zur Kirchweihe über dessen Gestaltung: 
«In der Form des Altares wurde versucht, die angedeutete Polari- 
tät zu versinnbildlichen. Zwei Marmorblöcke halten die urtümliche 
Altarplatte. Sie ist in die tragenden Blöcke eingesenkt und mit 
ihnen zur Einheit verwachsen. Das dunkle Steinmaterial wirkt in 
all seinen Spielarten, als Fels, als gemeisselter Block, als geschliffe- 
ner Stein und als polierter Marmor. Der Reichtum der Steinstruk- 
tur dämpft den bedrohlichen Eindruck des Elementarischen. Keine 
Zugabe von Ornamenten, Symbolen und Schriftzeichen. Der Stein 
ist aus sich selbst zur Würde des Altars gerufen. Und wer an den 
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