Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
58
Erscheinungsjahr:
2016
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000397673/22/
Georg Malin - «In erster Linie bin ich Bildhauer ‚..>» 
drei Arten des Tätig-Seins nach der Massgabe von Nachhaltigkeit und 
Dauer der Ergebnisse sowie des Potenzials zur Bildung öffentlicher Ge- 
meinschaft. Dieser Ordnung entsprechend unterscheidet sie das Arbei- 
ten, das Herstellen und das Handeln. Das Ergebnis von Arbeit dient der 
Notwendigkeit der menschlichen Selbsterhaltung, wodurch es sich selbst 
wieder verbraucht. Herstellen hingegen sieht sie als Tun auf einer höhe- 
ren Ebene, das zweckdienliche, handwerklich gefertigte Gegenstände 
schafft, aber auch Kunstwerke hervorbringen kann, die als Materialisie- 
rungen von geistigem Gehalt von Dauer sind und das Leben bereichern. 
Auf höchster Stufe vollzieht sich Handeln in Wort und Tat, ist soziales 
und politisches Handeln, mit dem Potenzial, Prozesse in Gang zu setzen, 
Neues entstehen zu lassen. Für Arendt bedeutet Handeln insbesondere 
die Freiheit des Einzelnen, zu handeln, und ist damit die Grundlage von 
Politik und vor allem die Grundlage von Demokratie. 
Handeln bei Malin, vor allem in seinem Leben als Politiker, Histo- 
riker und Künstler, entspricht Arendts säkularer Auffassung eines täti- 
gen Lebens ohne Einschränkung. Handeln bei Malin ist immer aber auch 
vor dem Hintergrund seines christlichen Glaubens zu sehen. Zwischen 
1966 und 1974 ist er unter anderem Mitglied des Liechtensteinischen 
Landtags, 1974 bis 1978 Regierungsrat für Umwelt und Kultur. Er war 
der erste Konservator der Liechtensteinischen Staatlichen Kunstsamm- 
lung von 1968 bis 1996. Malin hat archäologische Ausgrabungen in 
Liechtenstein initiiert und geleitet, er war Gründungsmitglied der 1975 
ins Leben gerufenen Liechtensteinischen Kunstgesellschaft wie der 1951 
gegründeten Liechtensteinischen Akademischen Gesellschaft und eine 
treibende Kraft der modernen Denkmalpflege. Nach Malins Ethik des 
Handelns verhalte es sich, wie er sagt, ım Mikrostaat Liechtenstein wie 
auf einem Schiff, nur dass es keine Passagiere gebe, denn hier gehöre 
jeder zur Besatzung; international lasse sich Liechtenstein, so Malin, am 
besten über Kultur positionieren.” In diesem Kontext ist auch Malins 
Tätigkeit als Künstler zu verorten. Auch als Künstler ist er Teil der 
Besatzung des Schiffes Liechtenstein. 
  
3 Georg Malin sinngemäss zitiert, siehe auch: Zeitzeugen Liechtensteins: Georg Ma- 
lin. Ein Film von Jürgen Kindle, Triesen 2013. 
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